Montag, 17. Dezember 2007

Bald ist Heimaturlaub!

Und bevor ich mich am Freitag auf den Heimflug begeben werde, wollte ich doch nochmal berichten, dass ich heil wieder aus Russland zurück gekommen bin. Ich möchte ja nicht, dass sich jemand Sorgen macht, weil ich zuletzt vor meiner Abreise hier gepostet habe!

Also die Kurzfassung seit meinem letzten Beitrag:
  • Russland war spitze, bzw. der ganze Trip (habe ziemlich viele Bilder als Beweis)
  • Projektarbeit geschrieben und Präsentation gehalten
  • Stockholm zwei Tage im Weihnachtstrubel unsicher gemacht
Seit zwei Wochen sitze ich dann aber doch intensiver am Schreibtisch, als ich es eh schon den letzten Monat getan habe. Aber hab ich eine andere Wahl, wenn ich diese Woche zwei Klausuren schreibe? Wohl eher nicht!
Morgen ist Manufacturing Planning and Control dran und Donnerstag Product Development! Jeweils von 14-18 Uhr! Dann wisst ihr jetzt ja Bescheid, wann ihr die Daumen drücken könnt ;)!
Donnerstag Abend wird dann gepackt und das letzte Mal für dieses Jahr hier gefeiert ... bis in die Morgenstunden:)! Es sind doch einige Austauschstudenten, die nur ein halbes Jahr hier sind; also nach Weihnachten nicht wieder kommen! Und da müssen wir ja Abschied feiern. Es werden wohl zum Januar wieder "Neue" kommen, aber trotzdem werden hier manche echt fehlen!!!

Ja und Freitag Abend bin ich dann in Good Old Germany und ich freu mich riesig drauf!
Mein Terminkalender ist schon ganz schön voll .... in drei Wochen lässt sich echt viel hineinbekommen und ich bin sicher, dass ich einige von euch sehen werde.
Ich werde mir dann auch die Zeit nehmen, noch etwas von Russland zu schreiben.

Aber jetzt muss ich mich erstmal wieder lustigen MRP Kalkulationen zuwenden ... soll ja morgen klappen, nech;)?

Ich wünsche euch noch eine schöne letzte Adventswoche und besinnliche Feiertage!
Eure Gesa

Sonntag, 11. November 2007

Auf nach Russland!

Morgen geht´s los: Roadtrip to Russia! Für die Neugierigen unter euch hier der Link zur Website mit ein paar Eckdaten: http://roadtrips.zikes.se/#75
Die "Reisegruppe" besteht aus knapp 180 Austauschstudenten von Unis aus dem südlichen Teil Schwedens. Unsere Zeit ist straff geplant: Zwischen Übernachtungen auf der Fähre, während nächtlichen Busfahrten oder im Hotel machen wir Helsinki, St. Petersburg und Moskau unsicher. Nach zehn Tagen in der großen weiten Welt schlagen wir dann wieder den Weg Richtung schwedischer Heimat ein.

In der letzten Woche ist ansonsten nicht viel spektakuläres passiert. Naja, ich nerve weiterhin jeden um mich herum damit, dass ich endlich Schnee will und derzeit sieht es draußen auch noch ein bisschen weiß aus. Vorgestern Abend hat es zu schneien angefangen. Davon ist allerdings nicht viel liegen geblieben. Man kann eher sagen, dass alles in ein leichtes Weiß getaucht wurde. Heute sind dann nochmal wieder ein paar Flocken vom Himmel gefallen. Aber wir haben ja erst Mitte November und der Winter wird noch lang ... hoffe ich doch zumindest!

Morgen früh hole ich mein lang ersehntes Päckchen mit meiner Digicam von der Post ab. Will ja auch ganz viele Fotos machen können, damit ihr seht, wo ich war:)!
Das mit meinem Päckchen war auch noch eine Sache. Die Zeit war doch etwas knapp; aber Dank Luftpost war mein Päckchen letzten Donnerstag in Linköping. Meine Eltern hatten extra meine Handynummer mit drauf geschrieben.
Dazu eine Anmerkung: An schwedischen Haustüren sind Klingeln eher unüblich und hier am Haus gibt es auch keine. Deswegen kündigt sich Besuch immer vorher an und wenn mich hier jemand besuchen kommt, dann klingelt mich derjenige auf dem Handy an und ich gehe dann runter und öffne die Tür.
Angeblich hat die Post am Donnerstag Morgen um 11:30 versucht mein Paket zuzustellen ...! Ich war zu Hause und meine Handy hat nicht geklingelt! Am Freitag hatte ich dann einen Zettel in der Post, dass ich mein Paket abholen kann. Der Ort wo war unleserlich geschrieben und so habe ich eine Viertelstunde gebraucht um herauszufinden, wie der Ort heißt und eine weitere halbe Stunde, wo sich dieser befindet und wann ich es abholen kann. Leider war es da schon Abend und so musste ich mich das ganze Wochenende gedulden. Wenn ich es dann morgen in den Händen halte, mache ich drei Luftsprünge. Zum Glück fahren wir erst um 14 Uhr los!

So, jetzt mach ich mir noch schnell Gedanken drüber, was ich alles vergessen werde.
Wenn ich vom Trip zurück bin, werde ich euch so schnell wie möglich auf den neuesten Stand bringen!

Ganz liebe Grüße aus dem "weißen" Ryd;),
eure Gesa

Mittwoch, 7. November 2007

Dunkel!!!

Ja, sorry, drei Posts in einer Woche ist viel! Keine Sorge! Ich fürchte, dass wird auch wieder weniger werden:)! Aber eins muss ich doch noch loswerden.
Ich hatte gestern von 8 - 17 Uhr Vorlesungen und Seminar. Als ich morgens zur Uni fuhr, fand ich es gar nicht mal so kalt, die Sonne schien und es war hell. Nach einem 12-Uhr-Regenschauer ließ sich der Tag ganz gut ertragen. Aber im letzten Seminar von 15 - 17 Uhr hab ich mich doch etwas erschrocken; als ich während der Pause um Viertel nach 4 aus dem Fenster guckte, war es quasi stockfinster. Über einen Monat lang werden die Tage immer noch kürzer ... auf dem Rückweg nach Ryd musste ich gegen so eisigen Wind nach Hause fahren, dass mir die Dunkelheit schon wieder egal war ;)!

Und was hör ich dann heute: In Norrköping liegt Schnee und in Teilen Deutschlands ja anscheinend auch, was ich in den Nachrichten gesehen habe ... wie gemein!!!
Schickt mir mal den Schnee vorbei ... einen Eimer voll würde mir auch schon reichen;)!

Montag, 5. November 2007

Ich will Schnee!

Zu diesem Satz habe ich heute schon sowohl Zustimmung erhalten also auch pure Ablehnung: "Bist du jemals bei Schnee Rad gefahren?"
Ja klar, bin ich! Auch wenn das vielleicht nicht das Tollste ist, so hoffe ich trotzdem, dass hier bald weiße Flocken vom Himmel rieseln. Es ist schon die meiste Zeit richtig kalt und morgens quasi immer unter Null Grad; aber wenn es regnet, dann ist es doch wieder nicht kalt genug, dass es Schnee sein könnte:(! Naja, ich geb die Hoffnung noch nicht auf! Solange die Sonne scheint - wie heute - bin ich auch zufrieden!

Am Freitag habe ich meine endgültige Note in Manufacturiung Control bekommen: ein A und gleichzeitig eine 5! Damit meine erste 1,0 um Hauptdiplom:)! Ihr könnt euch bestimmt mein breites Grinsen vorstellen, dass ich auf dem Gesicht hatte, nachdem ich das gesehen hab!!!

Das war ein Grund zum Feiern. Am Freitag Abend war bei Felix im Haus Helloween-Party! Ich bin ja nun nicht der begeisterte Helloween-Fan, aber durch Katrins Überredungskunst bin ich dann doch noch in das Vergnügen gekommen. Hatten uns ein paar Sachen zum "Einfärben" besorgt und waren mit der Verwandlung über zwei Stunden beschäftigt. Als Belohnung für unsere Mühe bekamen wir sehr lustige Kommentare und manche haben uns auch erst auf den zweiten Blick erkannt:)! Sehr amüsant!!!
So, hier noch ein paar Fotos davon (wie gehabt: das Album öffnet sich, wenn ihr auf das eine Foto klickt); ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen noch ein paar mehr organisieren kann ...
Helloween

Gestern war Putztag in meinem Korridor! Hört ihr das zum ersten Mal von mir? Richtig, gab es hier auch noch nie. Es gibt eine Putzkolonne, die jeden Mittwoch im Korridor, im Gemeinschaftsraum und in der Küche den Fußboden wischt. Wenn die Arbeitsfläche leer ist, dann soll die wohl auch abgewischt werden ... allerdings ist die nie leer! Bei manchen stapelt sich das schmutzige Geschirr, woanders die leeren Dosen und in der Spüle ... ich erspar euch das! Die kleinen Krabbeltierchen sollte ich noch erwähnen, die man ab und zu sieht!
Aber jetzt zu gestern: Als ich mir mein Essen machen wollte, waren Charlotte und Mario in der Küche fleißig am schrubben; hab dann erstmal mitgeholfen und nach einer Stunde Arbeit sah es richtig gut aus. Also mit dem richtig gut ist das etwas schwierig, da unsere Haus zu denen gehört, die noch nicht renoviert wurden und somit die Küche auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat; aber im Verhältnis zu vorher sieht sie echt gut aus!

Das wars erstmal wieder aus Linköping!
Bis die Tage :)!

Dienstag, 30. Oktober 2007

Bevor es November wird ...

... will ich doch nochmal ein Lebenszeichen los werden. Es ist einiges passiert, seit ich das letzte Mal von mir hab hören lassen! Um alles ganz genau aufzuzählen, wäre meine Zeit zu kurz und euch würde es wahrscheinlich nur langweilen, wenn ihr ein paar Stunden lesen müsstet;)!

Als letztes hatte ich davon berichtet, dass wir unsere Overalls nähen und ein Kravall vor der Tür steht. Mittlerweile habe ich schon drei Kravalle hinter mir und sammle fleißig Patches und nähe diese auf. Fotos gibt es zum "Urzustand"; ich hoffe, euch bald noch aktuellere Fotos von ihm zeigen zu können.
Dazu wäre meine Digicam nicht schlecht. Meine macht nach Lust und Laune mal gute, mal verschwommene Fotos. Deswegen ist sie jetzt in Deutschland unterwegs und kommt bald hoffentlich wieder voll funktionsfähig bei mir an!!!
Meine Eltern und Schwester haben diese mit nach Verden genommen, nachdem sie mich das letzte Septemberwochenende besuchten. Das waren sehr schöne fünf Tage und das nicht nur, weil sie meinen Alkoholvorrat mit Wein, steuerfreiem Bier von der Fähre und anderen deutschen Köstlichkeiten aufgefüllt hatten;). Haben in der Zeit u.a. die Astrid-Lindgren-Welt in Vimmerby samt original Schauplätzen in Bullerbyn und Katthult, die Küste, Norrköping, die Bergschleusen, Klosterkirche in Berg und und und unsicher gemacht;)!
Mitte September hatte ich auch schon Heimatbesuch: Sonja! Nach einigen Ankunftsproblemen (und Sorgern meinerseits) machten wir uns ein paar schöne und lustige Tage. An dem Sonntag hatte Janina Geburtstag, sodass wir zu viert (Jesper, Janinas Freund war das Wochenende auch da) noch eine Ausflug nach Västervik (liegt an der Ostküste) unternahmen.
September

Ja und Anfang Oktober war dann der Spaß auch vorbei. Lernen war angesagt. In Manufacturing Control (MC) mussten wir über ERP (Enterprise Resource Planning; für die, die es interessiert...) eine Projektarbeit schreiben. Waren dazu auch bei Volvo und Siemens und durften das, war wir gelernt hatten, mal unter die Lupe nehmen.
Dazu mal ein Einschub: Das eine Werk lag eine, das andere zwei Stunden mit dem Auto entfernt. Die Uni hat hier jede Menge Autos rumstehen. So trafen wir uns morgens auf dem Uniparkplatz und unser Dozent sammelte uns ein. Wir hatten also keinerlei Kosten, weder Benzin noch andere Fahrtkosten. Mittag gabs in der Kantine oder wurde extra für uns angeliefert! Solche Exkursionen macht man doch gerne mit.
Die Projektarbeit mussten wir dann am 19. Oktober abgeben und am 18. Oktober hatte ich meine mündliche Prüfung in dem Fach. Die Lernerei war ganz schön stressig. Fachbücher auf Englisch durchwälzen gehört jetzt schon fast zu meinen Lieblingsbeschäftigungen:). Würde es keine Online-Lexika geben, wäre ich wohl aufgeschmissen.
Ab dem 15. hat Marco eine Woche Linköping unsicher gemacht ... naja, die ersten Tage bis zu meiner Prüfung hatte er wohl eher mit meinen Launen zu kämpfen! Wer mich kennt, der weiß ja, dass ich direkt vor Prüfungen doch ganz schön anstrengend sein kann;)!
Aber um die Sache jetzt mal auf den Punkt zu bringen: Die Prüfung ist gut gelaufen. Ich habe eine 5 bekommen mit einer kleinen Abstufung zur 4. Nachdem ich meinen Dozenten wohl sehr verwirrt angeguckt haben muss, hat dieser mich aufgeklärt. Es gibt die Noten 3, 4 und 5, wobei 5 das Beste ist. Diese Note wird dann noch mal umgerechnet in A, B, C, D oder E und dann zu Hause auf unsere Notensystem; bin gespannt was rauskommt. Meine endgültige Note in MC wird zusammen mit der Projektarbeit festgelegt. Ich hoffe, ich erfahre sie demnächst.

Nach dem Stress sind Marco und ich am Sonntag nach Stockholm gefahren. Außer das es super kalt war, vor allem wegen des eisigen Windes, war es sehr schön! Wir haben in einem Hostel in Gamla Stan, der Altstadt, übernachten, direkt um die Ecke vom königlichen Palast. Montag Abend ist Marco dann zurück nach Deutschland geflogen und ich bin mit dem Bus nach Linköping.

Am Mittwoch ging der Ernst des Lebens wieder los: das zweite Quarter vom Herbstsemester. Das sah so aus, dass ich Donnerstag den ganzen Tag frei hatte und Freitag sind wir zu sechst nach Stockholm. Reisegruppe: Janina, Simon, Daniela (eine Freundin aus Simons Heimat), Paco und Jose (beide letzteren aus Spanien). Freitags früh um 8Uhr ging es los mit dem Bus.
Dazu eine kleine Bemerkung: Das Busnetz ist in Schweden total gut ausgebaut. Man kommt quasi überall mit dem Bus hin, also Langstrecken, und ist für Studenten gar nicht mal so teuer, sogar günstiger als mit dem Zug.
In Stockholm haben wir dann das Touriangebot abgearbeitet: Am Freitag plünderten wir im Schloss die Schatzkammer, schauten das Museum übers Schloss (Tre Kronor) an und breiteten uns in den königlichen Gemächer aus:). Abends waren wir dann in DER " Absolut Ice Bar". Dort bekamen wir einen dicken, warmen Überwurf, damit wir bei den -5°C dort nicht erfrieren. Zur Aufwärmung gab es ein Getränk, natürlich mit Absolut Vodka, für stolze 180 SEK, ungefähr 20 Euro. Teuer, aber es hat sich gelohnt.
Samstag waren wir morgens früh im Stadshuset, dem Rathaus der Stadt, und haben eine englischsprachige Führung mitgemacht. Im Stadshuset findet am 10. Dezember auch das Nobelbankett statt. Wir sind sogar die Treppen herunter geschritten, die auch die Königsfamilie an diesem Abend nehmen wird. Weiterer Programmpunkt: Vasa-Museum. Dort steht die Vasa, ein Segelschiff, dass 1628 auf seiner Jungfernfahrt im Stockholmer Hafen sank und 1961 geborgen wurde. Wen es interessiert, der sollte mal "Vasa" bei Wikipedia nachschlagen.
Den Rest des Nachmittags haben wir die Kassen in Stockholms Geschäften gefüllt;)!
Am Sonntag genossen wir morgens einen wunderbaren Ausblick über Stockholm vom Aussichtspunkt Katharinenhissen aus, machten uns im Stadtmuseum noch über die Geschichte Stockholm schlau, bevor wir dann um 13:15 den Wachwechsel am Schloss besuchten. Nach weiterem schlendern durch Gamla Stan und andere angrenzende Inseln (Stockholm liegt auf 14 Inseln und besteht zu 30% aus Wasser) waren unsere Füße echt müden vom vielen Laufen und waren froh, dass es abends zurück nach Linköping ging ... mit dem Bus;)!
Fest steht, dass es an einem Adventswochenende nochmal nach Stockholm geht ...!
Oktober

Achja, und für die, die es noch nicht mitbekommen haben und auch noch nicht auf den Fotos entdeckt haben: Meine Haare sind ab:)!

So, jetzt seit ihr erstmal wieder auf dem neuesten Stand! Über meine Pläne für November werde ich euch demnächst noch informieren!
Liebe Grüße an euch fleißige Leser ;)!!!

Sonntag, 7. Oktober 2007

Ja, ich lebe noch!

Ich weiß, länger nicht geschrieben ... sorry! Aber ein paar gute Neuigkeiten habe ich für euch:
1) Mir geht es gut!!!
2) Die Prüfungsvorbereitungen laufen vielversprechend!
3) In knapp zwei Wochen habe ich meine Prüfung und Abgabe der Projektarbeit hinter mir!
4) Ich hab einiges erlebt in der letzten Zeit!
voraus sich schließen lässt:
5) Hier wird bald viel Neues zum Lesen und Anschauen zu finden sein!
und:
6) Ich versuche, in der kommenden Woche schon mal damit anzufangen ... soweit mein Lernplan das zulässt!

In diesem Sinne,
liebe Grüße,
eure Gesa

Mittwoch, 12. September 2007

Ein ereignisreiches Wochenende!

So langsam kehrt der Alltag bei uns Erasmus-Studenten ein. Auch bei den letzten haben die Vorlesungen angefangen und es gibt reichlich zu tun. Naja, wir sind hier ja auch nicht nur zum Party machen, sondern wollen ja auch was lernen, nech:)?
Aber als gut organisierter Student kann man ja auch beides!

Am letzten Freitag stand das Welcome Dinner für die Austauschstudenten auf dem Programm, ein sog. Sittning. Ich habe ja schon einmal von einem Dinner berichtet, aber diesmal werde ich noch mehr von den Besonderheiten schreiben!
Bei einem Sittning sind erstmal schicke Klamotten gefordert. Hatten uns also alle schön rausgeputzt, bevor wir am Freitag Abend in einer Fahrradkolonne Richtung Stadt aufbrachen.
Der Dinner-Gesellschaft steht ein Toastmaster vor, einer der Veranstalter. Jeder hat ein Liederheft an seinem Platz liegen, in dem auch die Regeln des Dinners stehen:
Tempo!: Wenn man möchte, dass der Toastmaster einen Song anstimmt (es gibt nur Trinklieder...), dann rufen alle: "Oooooooooooh Tempo!"
Gyckel: Während des Dinners kann etwas vorgetragen werden, z.B. ein Lied oder Sketch.
Omstart: Wenn einem das Gyckel gefallen hat, dann rufen alle: "Oooooooooh Omstart!" (was so viel wie "noch einmal" heißt) und die Vortragenden müssen nochmal ran!
Welcome Dinner

Das ganze Dinner läuft also sehr laut ab (ca. 250 Studenten), wie ihr euch vorstellen könnt. Nach einem 3-Gänge-Menü und vielen Lieder, haben auch wieder die einzelnen Nationalitäten etwas aufgeführt. Die deutsche Gruppe (ca. 100 Personen - die Bühne war voll) war mit "Bommerlunder " und "Was wollen wir trinken" am Start! Nach dem Dinner ging es dann noch mit einer Party weiter.

Für Samstag hatte das ESN-Team einen Trip nach Småland geplant, ein südlicher Teil Schwedens (Nein, nicht in die Kinderwelt von IKEA;) ). Um 8 Uhr war Abfahrt mit dem Bus in Ryd. Nach drei Stunden Busfahrt kamen wir in Kosta an. In diesem Ort ist die größte schwedische Glasfabrik, in der noch von Hand gearbeitet wird. Nach einem kleinen Vortrag über die Geschichte und Arbeitstechniken konnten wir noch zwei Leuten bei der Arbeit zugucken. Das war super interessant, weil man am Anfang nicht wusste, was sie grad herstellen. Was erst wie eine Vase aussah, wurde zur Schale, um dann als Teller zu enden.
Småland

Nach einem Einkauf im werkseigenen Laden (das waren sooooo viele tolle Sachen) fuhren wir mit dem Bus weiter zu einem Elchpark, der ganz in der Nähe war. Da wir auf unserem Göteborg-Trip ja schon Elche gesehen hatten, war das nicht mehr so das besondere Erlebnis. Ich habe da angefangen, die Schweden zu verstehen, die sich immer wundern, warum wir so wild auf Elche sind:)! Es standen auch nur Autos mit deutschen Kennzeichen auf dem Parkplatz!
Der Elchpark besteht aus einer 4ha großen Fläche. Um einen kleineren Teil herum führt ein "Wanderweg". An mehreren Stellen sind Aussichtspunkte aufgebaut, sodass man die Elche im Wald suchen kann! In einem Shop beim Elchpark konnte man dann noch eine Elch-Wurst oder Elch-Burger kaufen und selbst grillen. Das war vielleicht ein bisschen makaber direkt neben dem Park, aber sehr lecker;)! Danach ging es wieder auf den Heimweg.

Zurück in Ryd gab es dann noch eine Nähsession bei Katrin. Bei den Kravallen und auch anderen studentischen Veranstalungen tragen die Studenten Overalls. Jede Fachrichtung hat ihre eigene Farbe, sodass man gleich erkennen kann, mit wem man es zu tun hat. Auf die Overalls werden an Armen und Beinen noch Stoffstreifen aufgenäht, auf das rechte Bein kommt der Name und der Rest des Overalls wird mit Patches (Stoffaufnähern) verschönert. Die Maschbauer tragen einen roten Overall mit gelben Streifen. Wäre aber ja auch zu einfach, wenn das für alle gilt. Die Maschinenbauerinnen haben die eine Hälfte des Overalls in gelb. Also haben wir das linke Bein einmal komplett mit gelbem Stoff "ummantelt". Samstag drei Stunden, Sonntag zwei Stunden, Dienstag noch mal zwei ... man hat ja sonst nichts zu tun;)! Morgen ist dann Premiere: Der nächste Kravall steht vor der Tür und der Overall wird eingeweiht!

Wo ich schon mal bei Thema Kravall bin: Wir passen uns so langsam den Schweden an und werden schon genauso verrückt beim Anstehen für Tickets wie sie.
Tatort: C-Building, Campus Valla, Linköping, Sweden
Zeit: Montag Morgen, 0:15 Uhr
Anwesende: Janina, Boris, Hanna und ich
Ich wollte schon immer mal die erste sein, die die Uni morgens betritt.
Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, die spinnen doch ... richtig, aber das tuen die Schweden auch und wir wollen ja keine Außenseiter sein.
Also haben wir erstmal Quartier bezogen am ersten Tisch der Schlange, die schon von den Organisatoren aufgebaut worden war. Nach einem Beweisfoto unter der Uhr kamen noch zwei Deutsche um halb eins und noch drei Schweden um 0:45. Nach der ersten DVD schliefen Hanna und Boris schon, während Janina und ich gleich die nächste starteten. Gegen drei Uhr kamen die nächsten Schweden und ab halb 5 haben auch Janina und ich versucht zu schlafen (natürlich hatten wir unsere Schlafsäcke dabei) und wurden nur einmal von einem Wachmann gestört, der unseren Studentenausweis sehe wollte. Ab 5 Uhr wurde es dann stetig voller und um 8 Uhr war ich die erste, die ein Ticket in der Hand hielt ... mit einem super breiten Grinsen im Gesicht, trotz nur 30 Minuten Schlaf!
Ansonsten standen keine verrückten Taten mehr auf dem Plan diese Woche. Ich pendel fleißig zwischen Norrköping und Linköping hin und her und mein Schreibtisch ist mein neuer bester Freund oder der PC an der Uni, an dem ich mich mit Matlab quäle!
Die exclusiven Fotos vom Kravall im Overall gibt es dann nächste Woche!

Dienstag, 4. September 2007

Schwedischklausur - gut überstanden!

Am Samstag morgen stand uns die Schwedischklausur bevor. Start: 8 Uhr! Um pünktlich zu sein, wollten Janina und ich um halb 8 losradeln. Also bin ich Freitag Abend nicht zu spät ins Bett gegangen und habe auf 6 Uhr den Wecker gestellt. Ich habe ja noch nie wirklich in meinem Leben verschlafen und schon gar nicht, wenns drauf ankommt; bin da doch eher der Frühaufsteher. Aber einmal ist immer das erste Mal: Ich habe also spontan um 6 Uhr den Wecker ausgemacht, gedacht, dass es noch ganz schön dunkel und kalt ist und bin wohl wieder eingeschlafen. Der Schock beim zweiten Aufwachen: Es ist zwar immer noch kalt, dafür aber auch hell --> 7:15!!!
War also nichts mehr mit duschen und in Ruhe frühstücken! Also rein in die Klamotten, aus dem Kühlschrank noch schnell eine Scheibe Brot genommen und Janina pünktlich abgeholt. Sie hatte sich schon gewundert, warum ich sie mich nicht bei ICQ gesehen hatte, wo ich ja morgens doch immer on bin. Aber wenn mein Handy ausgeschaltet ist, kann sie ja auch nichts machen;)!
Waren dann noch einer der ersten, die den Raum gefunden hatten. Raum, naja wohl eher Halle. Am Eingang lagen Listen aus, auf denen man ein Häkchen hinter seinen Namen setzen musst und sich dann in einen der bunt gekennzeichneten Bereich setzen. Taschen und Jacken mussten am Rand das Raumes aufbewahrt werden. Also alles ganz streng!
In der Einführungswoche hatte man uns schon erzählt, dass die schwedischen Studenten nicht schummeln und es auch nicht mögen, wenn das andere machen; also dann auch anschwärzen. Als wenn man eine Möglichkeit dazu gehabt hätte ....! Wenn doch jemand erwischt wird, dann gibt es ein uni-internes Gericht, dass über solche Fälle entscheidet und eine Sperre bis zu einem halben Jahr verhängen kann. Letztes Jahr soll es wohl über 60 Verdachtsfälle gegeben haben und 25 "Verurteilungen".
Unsere Klausur war von 8 bis 12 Uhr angesetzt; aber nach einer Stunde wusste ich nicht mehr, was ich schreiben sollte ... war fertig, wie die meisten anderen auch. War also nicht wirklich schwer!
Das ist auch noch mal ein großer Unterschied zu Maschbau in BS: Hier sind alle Klausuren für einen sehr langen Zeitraum angesetzt, der aber eigentlich nie benötigt wird. Also keine Hektik und Panik, dass ich es zeitlich nicht schaffen könnte, während den Klausuren im nächsten Jahr *freu*!!!

MIttags fuhren Janina und ich mit dem Rad in die Stadt. Eine Strecke sind ungefähr vier Kilometer. Öffentliche Verkehrsmittel müssen extra bezahlt werden. Ob ich im Winter also in die Stadt fahre, werde ich mir dreimal überlegen;)!
In der Stadt stellten wir mal wieder fest, wie klein doch Linköping ist und das Shoppen mehr anstrengend als entspannend ist. Man ist quasi immer auf der Suche nach einem Geschäft, wo man das Benötigte findet.

Abends waren wir erst noch auf einer Korridorparty bei Simon, um dann später noch ins HG zu gehen. Also eins weiß ich jetzt schon: Die Studentenpubs werde ich in Deutschland definitiv vermissen. Mittlerweile hat man sich auch an den schwedischen Musikmix gewöhnt (Ja, mich kann man jetzt auch ohne Widerstand ins "Merz" mitnehmen!) und es laufen keine "Kinder" wie im "Joker" herum ... alles eben nur Studenten.

Am Sonntag war dann Ausschlafen und Lernen angesagt. Und so langsam bahnten sich Halsschmerzen an. Gestern und heute hatte ich keine Vorlesungen. Habe also viel im Bett gelegen, heißen Tee getrunken und nun bin ich schon fast wieder fit! Also kein Grund zur Sorgen! In den letzten Tage haben fast alle etwas gehabt: Erkältung, Kopfschmerzen ... geht wohl was rum! Bei der Kälte auch kein Wunder *brrr*!

Sonnige Grüße (es scheint grad echt mal wieder die Sonne) aus Linköping,
eure Gesa

Freitag, 31. August 2007

Totale Untertreibung!!!

Pahh, von wegen Herbst! 4 Grad waren es heute um 9Uhr, als ich fröstelnd mit dem Rad zur Uni los bin! Wenn das so weitergeht, dann liegt hier nächste Woche Schnee und ich wollte doch eigentlich noch nen bisschen warten, bis ich meine Winterjacke raushole ...! Es ist doch schließlich noch August:)!

Morgen
(Samstag) dürft ihr mir die Daumen drücken. Von 8-12 Uhr ist die schriftliche Prüfung vom Intensiv-Sprachkurs. Werde dann jetzt nochmal ein paar Vokabeln lernen, damit das auch klappt!

LG und eine schönes Wochenende, eure Gesa

Donnerstag, 30. August 2007

Der erste Monat ist fast rum!

So viel hat sich seit meinem letzten Eintrag nicht getan; aber ich muss ja auch nicht immer warten, bis ich dann drei Stunden brauche, um euch auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen:)!

Meine erste Vorlesung
Eigentlich sollte "Introduction in Matlab" am Montag um 8Uhr stattfinden; das die Vorlesung ausfällt, habe ich aber erst auf dem Weg zur Uni raus bekommen, als ich mich schon so früh aus dem Bett gequält hatte:)! Am Dienstag war es dann aber endlich soweit:
Manufacturing Control -- wird mir als Fabrikplanung angerechnet. Natürlich hat Klein-Schussel-Gesa am Sonntag, als ich eigentlich nur gucken wollte, in welchen Räumen meine Vorlesungen sind, festgestellt, dass die eine am Campus in Norrköping gehalten wird.
Norrköping liegt ungefähr 40 km östlich von Linköping und dort gibt es auch einen kleinen Campus, der zu dieser Uni gehört. Aber zum Glück gibt es die tolle Einrichtung namens Campusbus. Mit meiner LIU-Card (Studentenausweis) darf ich diesen Bus kostenlos nutzen, der stündlich zwischen den beiden Campi pendelt (dauert ca. 35 Minuten).
Als ich also Dienstag Mittag in Norrköping ankam, hab ich mich erstmal verlaufen, bevor ich dann noch rechtzeitig meinen Vorlesungsraum gefunden habe. Der Dozent, Ou Tang, ist noch ziemlich jung, kommt aus China und spricht fast akzentfreies Englisch - zu meiner Freude!!! So muss ich mich also nur mit den Fachwörtern quälen:)!
Wir sind gerade mal 16 Leute in diesem Kurs und durften uns zu Anfang erstmal alle vorstellen. Was ich von diesem Kurs erwarte, sollte ich auch noch sagen: Naja, er wird mir anerkannt und passt eben in meinen Studienplan! So hab ich das natürlich nicht gesagt ... aber was die schwedischen Studenten für Erwartungen haben, wow! Ich hab da mal ein bisschen nachgeplappert:)! Aber es ist schon eine ganz andere Atmosphäre hier in den Kursen. Gibt kein "Sie" und alles etwas lockerer.
Aber der Schein trügt: Erstmal ein Buch kaufen (80€ - zum Glück jetzt übers Internet für weniger als die Hälfte bestellt) und bis morgen gleich mal 60 Seiten lesen. Dank LEO - dem ultimativen Internet-Wörterbuch - bin ich schon auf Seite 3. Innerhalb der nächsten sieben Wochen habe ich noch diverse Vorlesungen, Seminare und Labore in diesem Fach; dann steht eine Hausarbeit, deren Präsentation und eine mündliche Prüfung an. Ich bin gespannt, wie das alles wird! Morgen früh gehts also mit dem Bus erstmal wieder nach Norrköping.

Banken in Schweden
Heute habe ich Post bekommen!!! Endlich, meine Bankkarte ist da! Nachdem ich schon von der unzuverlässigen Nordea-Bank geärgert wurde, habe ich jetzt ein Konto bei der Handelsbanken (für Spenden rücke ich auch meine Kontodaten raus :) ...)! Ich habe das Konto am Montag eröffnet, konnte am selben Nachmittag schon online-Banking machen und heute kam die Karte etc.. Auch wenn hier viel auf Englisch geht, aber die Bankseite gibt es leider nur auf schwedisch. Und die beigelegte Broschüre zur Karte war natürlich auch auf schwedisch. Beim Durchblättern hab ich dann so Bildchen gesehen, dass ich meine neue Karte wohl im Internet freischalten muss. Und ich bin echt stolz auf mich ... wenn ich richtig übersetzt habe, dann hat das wohl auch funktioniert mit den ganzen Eingaben etc.!
Aber wie schnell das gehen kann ... könnte ich jemandem auf englisch - oder besser noch schwedisch - so richtig die Meinung sagen, dann würde ich glatt nochmal zur Nordea gehen:)!

Der Herbst ist da!
Die Schweden finden das Wetter wohl noch sommerlich - zumindest wenn man sich die Kleidung mal anguckt, in denen die Frauen hier so rumlaufen. Da fällt man immer auf - ein ganz anderer Kleidungsstil als bei uns! Oder sind knallbunte Leggins mittlerweile in Deutschland auch schon an mindestens jedem zweiten weiblichen Wesen zu finden?
Aber um nochmal zum Wetter zurückzukommen: Morgens sind es jetzt ca. 8°C, was bis 12Uhr auch noch so bleibt. Wenn die Sonne dann rauskommt, kann es einem in der Jacke schlagartig zu heiß werden, ist sie wieder weg, fängt man an zu frieren. Ich finde die Temperaturunterschiede innerhalb eines Tages hier echt gewaltig (habe das aus Deutschland nicht so in Erinnerung). Aber bei euch scheint ja auch kein Sommer mehr zu sein:)!
Zum Glück scheint ab mittags die Sonne in mein Fenster, sodass es hier schön war ist, auch noch ohne Heizung.

Weihnachten
Nein, keine Angst, ihr hab noch genug Zeit, um Geschenke zu kaufen:)! Weihnachten ist noch nicht nächste Woche!
Aber: Ich habe Vorgestern mein Flugticket für Weihnachten gebucht. Nach meiner letzten Klausur am 20. Dezember geht es dann am 21. direkt in den Flieger nach Hause (bzw. aus Lübeck werde ich dann wohl abgeholt). Das Raynair aber auch nur so kleine Flughäfen anfliegt, tz tz! Am 14. Januar 2008 geht´s erst wieder zurück ... wer mich also gerne sehen möchte: Ich bin über drei Wochen in Deutschland ... Termin werden ab sofort vergeben:)!

Das wars dann heute erstmal von mir. Muss mich noch ein wenig meinem Wälzer hier widmen und lernen! Später geht´s dann noch in die Stadt ins Platå ... man kann ja nicht nur lernen;)!

Liebe Grüße aus dem Norden an alle fleißigen Leser!!!

Sonntag, 26. August 2007

München Hoben - mein erster Kravall

Letzten Mittwoch habe ich meinen ersten Kravall hinter mich gebracht. Ein Kravall ist eine große Studentenparty, also quasi vergleichbar mit den AudiMax-Partys (nur wesentlich mehr Besucher hier). Aber es sind ein paar Regeln zu beachten:
Natürlich muss sich vorher für die Tickets angestellt werden. Wenn man dann glücklich ein Ticket in den Händen hält, erstarrt man erstmal, weil dort folgende Zeit angegeben ist: 17Uhr - 1Uhr! Man sollte gut informiert sein: Was wäre eine Veranstaltung in Schweden ohne Queuing? Es gibt bei diesem Kravall, welcher an das Münchener Oktoberfest angelehnt ist, einen heiß begehrten Maßkrug für die Ersten in der Schlange. Deshalb hieß es um 16Uhr "Auf zur Party" bzw. "Ab in die Schlange"! Das war schon komisch, sich im Sonnenschein für eine Party anzustellen; aber was tut man nicht alles, um so einen Krug zu bekommen:)!
Um 17:30 kamen wir dann auch endlich auf das Partygelände. Dort erwartete uns Bier aus unserem EIGENEN Maßkrug und die BigBand der Uni spielte Musik. Dazu machten sich noch ein paar schwedisch Studenten völlig schamlos zum Affen. Damit haben die hier allgemein kein Problem. Je schräger man aussieht, desto besser ist es. Das war auch der Grund warum der Satz "Die spinnen die Schweden!" an diesem Abend öfter gefallen ist als eh schon in den letzten drei Wochen.
Munchen Hoben

Aber klagen konnten wir an diesem Abend erstmal nicht: Es gab eine Live-Band, die Warteschlangen für Getränke war nicht so schlimm wie für den Einlass und genug Dixi-Klo´s gabs auch:)! Leider hörte um 21 Uhr die Band auf zu spielen und es gab eine kleine Flaute. In eine paar kleineren Zelten legten noch regional bekannte DJ´s auf, aber so richtig konnten sie uns nicht überzeugen. Also machten wir uns um 23 Uhr mit ca. 12 Leuten auf den Weg zu einem Korridor, wo wir die altbekannten Spiele "Kommando Pimperle", "Ribbel-Dibbel" und King Kong" spielten.
Als Zusammenfassung: Mir wurde München Hoben als der beste Kravall des Jahres beschrieben ... aber irgendwie hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Ich hoffe, die nächsten werden besser!

Samstag, 25. August 2007

Vättern, Vänern und Göteborg - Der Trip zu Dritt

Wie manche von euch schon mitbekommen haben, waren wir letzte Woche von Donnerstag bis Sonntag auf Tour. Wir, das bin ich zusammen mit Janina (auch aus Braunschweig) und Simon (aus Karlsruhe). Eigentlich sollte es ein internationaler Trip werden, aber Yann (Franzose) und Oscar (Mexikaner) sind kurzfristig wieder abgesprungen. Die Aussage: "Ich komme auf jeden Fall mit!" scheint bei ihnen etwas anderes zu bedeutet, als bei uns:)!
Natürlich haben wir in diesen Tagen viele schöne Dinge erlebt, gesehen und auch fotografiert . Um euch mehr Fotos zeigen zu können, hab ich jetzt ein Webalbum angelegt. Ihr müsst einfach nur das eine Bild anklicken und dann öffnet sich eine neue Seite.

Donnerstag
Nach einem 40 minütigen "Morgenspaziergang" zur Autovermietung starten wir mit "unserem" Skoda Fabia in das bevorstehende Abenteuer. Unser erstes Ziel lag auf dem Weg zum Vättern: Borensberg, wo wir leider nicht die im Reiseführer so toll beschriebenen Schleusen fanden, dafür aber das Hotel, was im Schweden-rot gestrichen als typisches Fotomotiv dient. Klar, dass wir das dann auch erstmal fotografieren mussten, wenn das schon der Reiseführer sagt:)!

Weiter führte uns der Weg am Vättern vorbei, welcher nach dem Vänern der zweitgrößte See Schwedens ist. Doch leider war das Wetter gegen uns. Es fing an heftig zu regnen und nach einem langen Weg durch ein Waldgebiet (wir dachten schon, wir hätten uns verfahren) kamen wir am Tiveden Nationalpark an. Der Nationalpark besteht aus einer zerklüfteten Felsenlandschaft, ein wunderschönes Stück unberührte Natur. Es gibt dort mehrere Rundwege; doch aufgrund des nicht aufhörenden Regens konnten wir mit Schirm bewaffnet und Pfützen ausweichend nur ein kleines Stück kennen lernen, was aber schon echt beeindruckend war.
Donnerstag (1)

Einen nächsten Stopp legten wir in Mariestad ein. Dieses Städtchen liegt schon direkt am Vänern. Nach einem Picknick am Hafen schauten wir uns noch den Dom an, bevor es weiter am See entlang Richtung Kristinehamn ging.
Wir hatten in Kristinehamn geschätzte 30 Sekunden das Auto verlassen, als es wieder aus Eimern zu schütten begann. Also schauten wir uns die von Picasso gestiftete 15m hohe Betonskulptur nur aus einer "sicheren" Entfernung an. Nach einer Viertelstunde back on the road schien die Sonne wieder schadenfroh auf unser herunter. Wir fühlten uns echt ein bisschen geärgert.
Donnerstag (2)

Als letzter Programmpunkt des Tages hakten wir Karlstad am nördlichen Rand des Vänern ab. Nach Besichtigung des Domes, der Innenstadt und ein paar Einkäufen machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft für die erste Nacht. Diese war eine Stuga (kleine Hütte), die auf dem Campingplatz Duseudde mitten in der Pampa direkt am Vänern lag. So konnten wir den ersten Tag noch bei Dämmerung am See ausklingen lassen.
Donnerstag (3)

Da Simon ja schon in seinem Kommentar zu meinem letzten Post geschrieben hat, ob ich meine Albträume erwähne, muss ich dies ja wohl tun:
Unsere Stuga war von Wald umgeben und so bleibt es nicht aus, dass so ein paar Krabbeltierchen den Weg ins Innere finden. Nach unserer Ankunft hatten wir also schon ein paar Spinnen entfernt; aber direkt über meinem Bett versteckte sich noch eine so in einem Winkel, dass wir sie nicht entfernen konnten. Da hatte meine Traumwelt natürlich ein passendes Thema gefunden: Ich lag in meinem Bett und es kam eine riesige Spinne auf mich zugekrabbelt
*grusel*. Da hatte ich keine andere Wahl als laut zu schreien, mit dem Kopf gegen den Holzrahmen meines Bettes zuhauen, mir eine Beule an der Stirn zu holen und natürlich Janina und Simon damit aus ihrem Schlaf zu wecken. Der Rest der Nacht verlief friedlich:)!

Freitag
Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es weiter auf der Suche nach sehenswerten Orten - Westküste wir kommen. Eine halbe Stunde nach unserer Abfahrt macht Simon quasi eine Vollbremsung und erschreckte Janina und mich damit - ich sag nur: Gut, dass hier kaum jemand unterwegs ist:) -, weil er ein Schild zu einen Elchpark gesehen hatte. Und so bekamen wir die Chance, das erste mal in unserem Leben Elche live zu sehen bzw. zu streicheln und mit Apfelstücken direkt aus der Hand zu füttern.
(@Papa: Zwei Wochen Schweden reichen eben nicht, um Elche zu sehen ... :-) !! )
Nach einer halbstündigen Fragestunde mit einem der Mitarbeiter des Parks und einem erweiterten Wissen über diese großen Tiere nährten wir uns der Küste; aber nicht ohne vorher einen Abstecher nach Norwegen zu machen.
Da unser Weg ca. 10 km an der norwegischen Grenze vorbeiführte, konnten wir es uns nicht nehmen lassen, mal eben das Land zu verlassen und Erinnerungsfotos an den Grenzschildern zu machen.
Freitag (1)

In Tanumshede kamen wir noch in den Genuss ein Unesco Weltkulturerbe zu betrachten. Die Begeisterung hielt sich bei uns aber in Grenzen. Man konnte durch ein Gebiet spazieren gehen, indem überall Felsen freilagen auf denen 3000 Jahre alte Steinritzungen zu sehen waren. Um das zu erkennen, was auf den Tafeln beschrieben war, mussten wir aber ganz schön viel Phantasie aufbringen.
Am frühen Nachmittag kamen wir dann endlich am - von mir so sehr geliebten - Meer an!!! Fjällbacka ist ein kleiner Ort direkt zwischen Küste und dem Vetteberg, einem großen Felsen. Schmale Straßen und Gassen führen durch diesen malerischen Ort, in dem es fast ausschließlich bunte Holzhäuser gibt. Wenn man den Weg durch eine Felsspalte hindurch und dann eine steile Treppe hinauf wagt, kann man den Blick über den Ort und das Meer mit den Schären schweifen lassen; wir mussten aber aufpassen, dass wir nicht weggeweht wurden. An dieser Felsspalte sollen wohl auch Teile von Ronja Räubertochter gedreht worden sein.
Unseren letzten Stop des Tages legten wir in Tjörn ein. Tjörn ist die viertgrößte Insel Schwedens, liegt ca. 100 km vor Göteborg und scheint auch bei den Schweden sehr beliebt zu sein. So haben wir über eine halbe Stunde gebraucht um die Brücke dort hinzukommen. Umgeben waren wir dabei von ganz vielen Familien und Paaren, die wohl auf dem Weg ins Wochenende waren. Zu sehen bekamen wir kleine Dörfer, ganz viele Holzhäuser, Wasser, Schären, Felsen und einen Simon, der seine Aussage - "Wenn die Sonne scheint, gehe ich Schwimmen!" - wahr machte.
Unsere Stuga für die nächsten zwei Nächte befand sich in Mölndal/Åby, einem Vorort von Göteborg.
Freitag (2)

Samstag
Nachdem der Wecker uns wieder früh aus dem Bett geworfen hatte, fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt von Göteborg (sprich: Jöteborj). Da der Busfahrer kein Englisch verstand und Janinas Nachfragen nach einem Tagesticket unbeantwortet blieb, wurden wir umsonst mitgenommen:)!
In der Touristinformation kauften wir uns erstmal den Göteborg-Pass für umgerechnet ca. 23€. Dieser Pass ist für 24 Stunden gültig und beinhalten Bus- und Bootstouren, Eintritt in viele Museen und andere Attraktionen.
Als erstes nahmen wir die Gelegenheit wahr, Göteborg vom Wasser aus zu betrachten. Aber wie auch in den beiden Tagen vorher, war Petrus nicht gut auf uns zu sprechen. Zwei Minuten im Boot und es begann zu regnen. So versteckten wir uns in unseren Regenjacken und unter den Schirmen. Zum Glück hielt der Regen nur zehn Minuten an. Das lustige an der Tour war, dass wir zweimal unter einer Brücke hindurch fuhren, die so niedrig war, dass man sich zwischen den Sitzen verstecken musste, wenn man nicht einen Kopf kürzer werden wollte.

Bei der Open-Top-Bus-Tour wurden wir ein weiteres Mal nass; aber mittlerweile erschütterte uns nichts mehr. Dann liefen wir uns noch auf eigene Faust die Füße platt. Nach dem Besuch des Universums, wo wir exotische Tiere und einen Indoor-Regenwald kennen lernten, machten wir noch einen Abstecher in den Liseberg-Vergnügungs-Park. Wegen der begrenzten Zeit ließen wir uns nur in einen Aussichtsturm hochfahren, um so den Blick über Göteborg schweifen zu lassen.
Göteborg (1)

Abends nutzen wir noch die Gelegenheit uns von einer Fähre auf eine kleine Insel vor Göteborg bringen zu lassen auf der eine Festungsruine steht, die Nya Älvsborgs Fästning. Tagsüber ist da wohl echt viel los, aber um die Uhrzeit (20h 30) wollte nur noch ein Ehepaar dort hin. Kaum angelegt kam uns eine Mann entgegen: "You know nearly everything is closed?" Das Paar fuhr abgeschreckt gleich wieder zurück ans Festland, während wir uns schnell auf den Weg machten, den höchsten Punkt zu erklimmen und einen wunderschönen Sonnenuntergang zu erleben. Wir waren quasi allein auf der Insel.
Göteborg (2)

Mein Fazit: Ein Tag ist zu kurz, um diese echt schöne und sehr lebendige Stadt kennen zu lernen.

Sonntag
Erstes Ziel der Schlussetappe: Bohus Fästning! Das sind die Ruinen der Festung Bohus ca. 20 km nördlich von Göteborg. Die Festung wurde um 1300 erbaut und war von strategischer Bedeutung, als bis Mitte des 17. Jahrhunderts hier noch die Grenze zu Norwegen verlief.
Weiter auf dem Weg zurück nach Linköping hielten wir noch in Borås, einem Ort, der schön für unser obligatorisches Mittagspicknick war, aber ansonsten an einem Sonntag nichts zu bieten hat. Auf dem weg nach Jönköping machten wir noch einen Abstecher quer durch die Wildnis nach Habo. Dort steht eine kleine Holzkirche, die von innen komplett bemalt ist. Der Umweg hat sich definitiv gelohnt!
In Jönköping war genauso wenig los wie schon zuvor in Borås. Jonköping liegt aber an der südlichen Spitze des Vättern (da schloss sich der Kreis unserer Rundtour) und so haben wir uns eines der vielen Restaurants am Hafen ausgeguckt, um dort direkt auf einer Terrasse am Wasser eine Pizza zu essen (die Fischgerichte hielten dem Blick in die Urlaubskasse nicht stand).
Zurück in Linköping konnten wir dem Marsch von der Autovermietung zurück nach Ryd dank eines freundlichen Busfahrers entkommen, der uns Mitten im Industriegebiet aufsammelte und kostenlos mit zum Bahnhof nahm.
Sonntag (1)

Jetzt mal den Trip in Zahlen zusammengefasst: 1140 km gefahren, 16h 40 reine Fahrzeit, 30 geschossene Fotos pro Stunde (in denen wir nicht geschlafen haben) und unendlich viele gelaufene Kilometer

Dienstag, 21. August 2007

Schande auf mein Haupt ...

..., dass es so lange gedauert hat, bis ich meinen Blog mal wieder aktualisiere! Aber irgendwie bin ich ständig unterwegs und komme kaum zur Ruhe.
Nächsten Montag starten meine Vorlesungen und ich denke, dass mein Tagesrhythmus dann etwas regelmäßiger wird. Auch wenn das an sich schon wieder schwierig ist, weil ich hier das Unisystem noch nicht ganz durchschaut habe. Schön ist erstmal, dass alles zentral organisiert übers Internet läuft: registrieren für die Kurse, Prüfungsanmeldung, Studenplanerstellung und alles andere rund um die Vorlesungen. Aber es ist nicht wie in Braunschweig, dass man jedes Fach immer zur gleichen Zeit und am gleichen Wochentag das ganze Semester durch hat. Nein, hier hat man jedes Fach jede Woche unterschiedlich oft und zu unterschiedlichen Zeiten. Also is´ nix mit Stundenplan im Kopf haben und dann nur noch hingehen. Jeden Tag erneut raussuchen, wo habe ich wann und wie lange welches Fach. Das mögen die Schweden toll finden, ich eher verwirrend.
Aber die schwedischen Studenten
sind selbst schon verwirrend. Die aus den höheren Semestern marschieren derzeit in ganz komischen Verkleidungen über den Campus. Leider fehlt mir noch ein Foto davon (werde ich noch nachliefern). Am Anfang haben wir echt nen Schrecken bekommen, wie die hier rum laufen; mittlerweile schaut man denen nur noch lachend hinterher.
Die erste Woche waren wir als Austauschstudenten noch fast alleine hier und alles war so leer. Seit letzter Woche sind nun - wie wir vermuten - quasi alle Studenten da. Der Campus ist total voll und überall stehen R
äder. Die Uni hat ca. 26 000 Studenten (also mehr als das Doppelte von BS), wobei ein Teil von diesen noch auf zwei andere Campi verteilt sind und jeder einzelne von diesen fährt Rad. Alles etwas chaotisch; aber so eine Campusuni ist schon was schönes.

Um euch nicht nur mit irgendwelchen Blabla zu langweilen --> hier noch ein paar lustige Dinge:

Die Mensa am Campus ist relativ teuer und so bringt sich hier jeder sein Essen mit. Das mag erstmal ganz normal klingen, ist es aber nicht. In vielen Gebäuden auf dem Campus gibt es Räume, wo ganz viele Mirkowellen stehen. Mittagspause ist immer von 12 bis 13 Uhr. Dann sind diese Räume quasi überfüllt. Jeder packt seine IKEA-Mirkowellen-geeignete-Dose mit vorgekochtem Essen vom Vortag aus und macht sich dieses dort warm. An den ersten Tagen hatten wir noch unsere Brote mit und fanden das extrem lustig; aber mittlerweile haben wir uns schon angepasst. Ist ja eigentlich gar keine so schlechte Idee und sehr schön, dass diese kostengünstige Möglichkeit von der Uni zur Verfügung gestellt wird.

Eine zweite Eigenheit der Schweden ist das Queuing (in einer Warteschlange anstehen):
Das Queuing scheinen die Schweden echt toll zu finden. In einer Warteschlange stehen kennt man ja auch aus Deutschland; aber hier darf man dafür überall Nummern ziehen, ob in der Bank, der Apotheke oder sogar an der Uni(!!!), wenn es um offizielle Dinge geht.
Wenn Tickets für Unipartys (werden hier "Kravall" genannt) verkauft werden, dann zählt nur: Wer zuerst da ist, bekommt das erste Ticket und wer zuspät kommt eben keins.
Bei einer Einführungsveranstaltung wurden wir von einer der Auslands-Koordinatoren aufgeklärt: Es ist erlaubt in den Gebäuden über Nacht zu bleiben, es darf aber NICHT geschlafen werden. Sie sagte, dass ihr Rekord !! 18 Stunden !! Queuing für eine begehrte Kravall-Party sei. Wir haben das mehr oder weniger für einen Scherz gehalten, aber mittlerweile glaube ich alles, was in diese Richtung geht.
Derzeit haben wir nur für Tickets für kleine Veranstaltungen angestanden (war nie länger als eine Stunde). Ich werde darüber berichten, wenn ich mal in den Genuss kommen sollte, eine Nacht wach an der Uni zu verbringen, nur weil ich zu einem bestimmt Kravall hin möchte.
Über meinen ersten Kravall könnt ihr allerdings demnächst schon mehr erfahren. Am Mittwoch ist hier der erste des Semesters: Münchens Hoben genannt! Bin schon sehr gespannt wie das wird:)!!!


Und nun noch als letztes die Student´s Dinner:
Vorletzten Samstag gab es ein Dinner quasi als Einführung. Nachdem wir in der Woche vorher für Tickets angestanden hatten:), wussten wir noch nicht so genau, was uns erwartet. Aber das sollten wir noch früh genug erfahren:
Wir saßen mit knapp 100 Studenten eng aneinandergedrängt in einem super warmen Raum. Diese Umstände sind nicht typisch, sorgten aber dafür, dass wir alle nur am Schwitzen waren und wäre es nicht so lustig gewesen, hätte das die Stimmung in den Keller gezogen.
Aber nun mal in etwas geordneter Abfolge:
Jeder hatte auf seinem Platz ein Heft liegen mit einer Beschreibung, was ein Student´s Dinner ist, was so passieren wird und welche z.T. sehr versauten Lieder gesungen werden. Und uns wurde schon angekündigt, dass wir bestimmt schockiert sein werden. Nachdem uns lautstarke Zwischenrufe beigebracht wurden, gab es zu Beginn eine Art Erbseneintopf. Nach den ersten Trinkliedern - hauptsächlich auf Schwedisch - führten Johanna, Anna, Anders und Sandra (vier vom ESN-Team) ein paar lustige Sachen auf. Es waren umgetextete Lieder zu bekannten Melodien, deren Inhalt sich um Austauschstudenten drehte: Was macht er so, wie komisch findet er die Schweden, wie oft meldet er sich bei seinen Eltern und wir lange halten die Beziehungen zu Freund bzw. Freundin zu Hause. Das ganze war super heiter. Nachdem die vier uns also in Stimmung gebracht hatten, fanden sich so nach und nach kleine Gruppen zusammen, die in ihrer Landessprache "Trinklieder" vorführten. Deutsch ("Bommerlunder" und "Einst ging ich am Ufer der Donau"
) war ja zu verstehen; die Österreicher auch noch fast; die Italiener und Spanier eher weniger, aber die Stimmung wurde immer besser und eigentlich wurde nur gelacht und versucht mitzusingen.
Zum Abschluss gab es dann noch kleine Pfannkuchen mit Sahne und Marmelade und während des Essens Punsch. Das Essen soll an Traditionen aus dem Mittelalter erinnern und der Punsch ist allgemein sehr beliebt.

Soviel erstmal zu meinen Erlebnissen hier! Ich hoffen, es langweilt euch nicht zu sehr und ihr guckt hier ab und zu nach, ob was neues dazu gekommen ist:)!

Mittwoch, 8. August 2007

Besichtigungstour in der Umgebung

Da meine Eltern noch in Linköping waren, habe wir am letzten Wochenende zusammen die Umgebung angeschaut.
Am Samstag Morgen fuhren wir in das in östlicher Richtung ca. 80 km entfernte Söderköping. Söderköping ist eine gemütliche kleine Stadt mit engen Gassen und schön angelegten Platz. Außerdem fließt der Götakanal durch S
öderköping. Der Kanal wurde zwischen 1810 und 1832 quer durch Schweden gebaut, um so Nord- und Ostsee für den Handelsverkehr für Schiffe zu verbinden. Die Besonderheiten des Götakanals lernten wir aber erst am Sonntag kennen.
Nach einem Spaziergang durch die "Innenstadt" haben wir den Ramunderberg erobert, auf dem einer Sage nach der Riese Ramunder gelebt haben soll. Der Berg erhebt sich fast senkrecht ca. 70m über dem Kanal. Diesen Höhenunterschied bewältigt man über eine echt steile Treppe und kann dann zur Belohnung den Blick über die Stadt und Umgebung genießen.
Auf dem Abstieg - wir wählten hierfür einen Wanderweg durch den Wald - begegneten uns noch komische Tiere, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie freiwillig baden gehen:)!
Bevor wir zurück nach Linköping fuhren, machte
n wir noch einen Abstecher weiter Richtung Ostsee. An der Küste reichen weite Arme der Ostsee ins Land hinein und man kann die schöne Landschaft genießen.
Schweden ist viel hügeliger als ich gedacht hatte. Die Autofahrt ersteckte sich den ganzen Tag durch Wälder, schmale Straßen und felsige Landschaften. Bis auf die Autobahnen sind quasi alle Straßen außerhalb der Stadt so.

Am Abend lieferten mich meine Eltern wiede
r in Ryd ab und ich ging mit ein paar anderen Exchangestudents ins Herrgar´n (HG). Das HG ist eine Kneipe/Disko/Biergarten von Studenten für Studenten mitten in Ryd, fünf Minuten von meiner Behausung entfernt. Dort gibt es Bier in bezahlbaren Preisen, aber leider gab es dort auch sehr viele Mücken (Mückenspray ist jetzt fester Bestandteil meiner Handtasche).
Von den vielen Mücken ließen wir uns den Abend aber nicht verderben; irgendwann wurden dann Schimpfwörter in den unterschiedlichsten Sprachen ausgetauscht:)!

Am Sonntag machten wir uns auf die nächste Tour: Unser erstes Ziel war Bergs Slussar. Der Götakanal überwindet bei seinem Lauf quer durch Schweden einige Höhenunterschiede (höchste Höhe: 91,5m) und hat deshalb auch 58 Schleusen. In Bergs Slussar (liegt nördlich von Linköping direkt am Roxen-See) gibt es eine große Schleusentreppe. Die Boote fahren in eine Schleuse rein, werden hoch- bzw. runtergeschleust und fahren gleich in die nächste Schleuse und das gleich ein paar mal hintereinander. Das ist echt interessant anzuschauen - vor allem für Bootsliebhaber, da man echt schöne Segelyachten und andere Boote bestaunen kann. Auf dem Bild sieht man im Vordergrund zwei Schleusen, in der Mitte noch mal zwei und ganz hintern ist die große Treppe mit fünf oder sechs direkt hintereinander. Das war eine echt krasse Bauleistung, da der gesamte Kanal von Hand gebuddelt wurde.


Von dort aus fuhren wir noch nach Skänninge, dass schöner beschrieben wurde, als es
tatsächlich war (was vielleicht daran lag, dass Sonntag war und keine Mensch unterwegs). Aber eins gibt es aus diesem Städtchen zu berichten. Die Fußböden in den Kirchen hier sind ganz anders als die, die ich bislang gesehen habe. Da traut man sich kaum drauf zu laufen, weil sie echt huggelig sind. Es ist zwar nicht der ganze Fußboden so, aber meistens der komplette Altarraum. Das scheint wohl in Schweden normal, war nämlich fast in jeder Kirche so, die ich bislang hier von innen gesehen habe.

Montag, 6. August 2007

Einzug und erstes Kennenlernen

Nach einem Tag Schonfrist auf dem Campingplatz und einer ersten Besichtigungstour durch Linköping, meldete ich mich am 01.August an der Uni an. Bewaffnet mit einem "Begrüßungs-Packet" mit super vielen Infos, Survival-Guide und Check-Listen machte ich mich auf den Weg nach Ryd, um meinen Schlüssel abzuholen.
Ryd ist ein Stadtteil von Linköping, in dem hauptsächlich Studenten wohnen. Hier gibt es lange Straßenzüge, in denen fast baugleiche Reihenhäuser stehen. Die meisten Zimmer hier sind s.g. Korridor-Räume: Man hat sein kleines möbliertes Zimmer (ca. 10qm) und ein eigenes Bad, teilt sich aber mit sieben weiteren Bewohnern des Flures eine Küche. Das Fenster von meinem Zimmer ist in der zweiten Etage von oben ganz rechts im Bild zu sehen.
Nachmittags haben wir meine Sachen hingebracht und nach einen obligatorischen Einkauf bei IKEA (ist hier wirklich günstiger als in Deutschland) bin ich gleich weiter zu einem BBQ für die angekommenen Austauschstudenten. Hier nutzten alle die Gelegenheit, die anderen kennen zu lernen. Wir durften dann auch gleich Teamgeist beweisen: Für ein Quiz mussten wir uns in kleinen Gruppen, bestehend aus mind. zwei Nationalitäten, zusammenfinden - das war schon fast ein Problem, da die Deutschen noch in der Überzahl sind - und Fragen über Schweden beantworten. Meine Gruppe muss schon besser informiert gewesen sein als die anderen (ich hatte mein Wissen aus einem Reiseführer beigetragen -> also nochmal vielen Dank an diejenige, die durch dieses Abschiedsgeschenk unserer Gruppe zum Sieg geholfen hat:) ); jeder von uns gewann eine hübsche Bechertasse mit Universitätslogo!!!

Am nächsten Tag gab es weitere Einführungen und Informationsveranstaltungen und nach und nach hat man einen
besseren Überblick bekommen. Abends gab es auch ein Treffen in einer der Studentenkneipen: Hier hat man nur mit Studentenausweis Zutritt und das Bier ist nicht ganz so teuer wie sonst, aber den Vergleich zu Deutschland lass ich an dieser Stelle besser noch. Nach diversen Diskussionen über die Alkoholpreise, weiterem kennen lernen und einiger Zeit später, haben sich noch ein paar Leute eine weiteres Pub in der Innenstadt "angeguckt".
Dort staunten wir auch nicht schlecht: für ein Bier zahlten wir 46 Schwedische Kronen! Das haben wir erstmal auf einem Foto festhalten: Zwei Bier für 92 SEK sind umgerechnet ziemlich genau 10Euro ... da darf man gar nicht genauer drüber nachdenken!

Am 03. August startete dann endlich der Sprachkurs: In den nächsten drei Wochen stehen nun täglich von 9-15 Uhr schwedische Grammatik und Vokabeln auf dem Programm! Allerdings gibt es fast jeden Tag noch weitere Aktivitäten für uns Neuankömmlinge. Freitag Nachmittag wurde ein City-Quiz angeboten. Als wir mit unseren Rädern auf dem 4km langen Weg in die Innenstadt waren, gab es plötzlich eine Wolkenbruch, der uns alle durchnässte. Etwas angeschlagen zogen wir also eine Stunde durch die Stadt, um diverse Geschäfte, Straßen etc zu finden, wobei wir feststellten, dass Linköping doch etwas größer ist, als es auf den ersten Eindruck erscheint! Gewonnen haben wir nicht, aber hatten dafür unterwegs jede Menge Spaß!

Sonntag, 5. August 2007

"Goodbye Germany" oder "Auf zu neuen Ufern"

... das war mein Motto, als es am 29. Juli losging auf "große Fahrt"!
Meine Eltern haben beschlossen, dieses Jahr ihren Sommerurlaub in Linköping zu verbringen (welch Zufall:) )! Also wurde der Wohnwagen gepackt - hauptsächlich mit meinen Kartons und Koffern - und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Schweden!
Die erste Landesgrenze überquerten wir am Sonntagabend mit der Fähre von Puttgarden auf Fehmarn nach Rödby (Dänemark). Vom Außendeck aus schaute ich zurück Richtung Puttgarden und hatte dabei schon ein etwas komisches Gefühl, da ich Deutschland noch nie länger als vier Wochen am Stück verlassen hatte und nun klar war, dass ich erst über Weihnachten nach Hause fliegen werde.

Den schöne Sonnenuntergang konnte ich aber trotzdem genießen:)!

Nach der Überfahrt haben wir uns in Dänemark einen Campingplatz für die Nacht gesucht und starteten am nächsten Morgen wieder erholt Richtung Norden. Das nächste Highlight unserer Fahrt ließ auch nicht lange auf sich warten: Um nach Schweden zu kommen, mussten wir noch einmal die Ostsee überqueren. Also reihten wir uns gegen Montag Mittag in Kopenhagen auf der Autobahn in die Schlange zur Öresundbrücke ein. Zuerst führt die Fahrt durch einen 4km langen Tunnel, um dann von einer kleinen Insel aus auf die knapp 8km lange Brücke zu gelangen.
In Schweden warteten dann noch weitere 450km auf uns. Vorbei ging es an Helsingborg, Jönköping und eine ca. 30km lange Strecke Autobahn führt direkt am Vättersee vorbei. Da das Wetter immer besser wurde, je weiter wir Richtung Norden kamen, hatte wir am Vättern bei Sonnenschein einen richtig schönen Ausblick über den zweitgrößten See Schwedens (rechtes Bild).
Ansonsten sah man von der Autobahn aus nur Felsgestein, ganz viel Wald und sehr wenig Häuser.
Und dann kamen wir abends endlich an - in Linköping, meinem Zuhause für die nächsten 11 Monate.
Hier schon einmal ein paar Eckdaten von Linköping (weitere Infos und Fotos werden in den nächsten Wochen und Monaten folgen): Linköping liegt in der Landschaft Östergötland 200km von Stockholm entfernt und hat ca. 137 000 Einwohner ... und nun einen mehr, denn ich bin ja angekommen:)!