So langsam kehrt der Alltag bei uns Erasmus-Studenten ein. Auch bei den letzten haben die Vorlesungen angefangen und es gibt reichlich zu tun. Naja, wir sind hier ja auch nicht nur zum Party machen, sondern wollen ja auch was lernen, nech:)?
Aber als gut organisierter Student kann man ja auch beides!
Am letzten Freitag stand das Welcome Dinner für die Austauschstudenten auf dem Programm, ein sog. Sittning. Ich habe ja schon einmal von einem Dinner berichtet, aber diesmal werde ich noch mehr von den Besonderheiten schreiben!
Bei einem Sittning sind erstmal schicke Klamotten gefordert. Hatten uns also alle schön rausgeputzt, bevor wir am Freitag Abend in einer Fahrradkolonne Richtung Stadt aufbrachen.
Der Dinner-Gesellschaft steht ein Toastmaster vor, einer der Veranstalter. Jeder hat ein Liederheft an seinem Platz liegen, in dem auch die Regeln des Dinners stehen:
Tempo!: Wenn man möchte, dass der Toastmaster einen Song anstimmt (es gibt nur Trinklieder...), dann rufen alle: "Oooooooooooh Tempo!"
Gyckel: Während des Dinners kann etwas vorgetragen werden, z.B. ein Lied oder Sketch.
Omstart: Wenn einem das Gyckel gefallen hat, dann rufen alle: "Oooooooooh Omstart!" (was so viel wie "noch einmal" heißt) und die Vortragenden müssen nochmal ran!
Das ganze Dinner läuft also sehr laut ab (ca. 250 Studenten), wie ihr euch vorstellen könnt. Nach einem 3-Gänge-Menü und vielen Lieder, haben auch wieder die einzelnen Nationalitäten etwas aufgeführt. Die deutsche Gruppe (ca. 100 Personen - die Bühne war voll) war mit "Bommerlunder " und "Was wollen wir trinken" am Start! Nach dem Dinner ging es dann noch mit einer Party weiter.
Für Samstag hatte das ESN-Team einen Trip nach Småland geplant, ein südlicher Teil Schwedens (Nein, nicht in die Kinderwelt von IKEA;) ). Um 8 Uhr war Abfahrt mit dem Bus in Ryd. Nach drei Stunden Busfahrt kamen wir in Kosta an. In diesem Ort ist die größte schwedische Glasfabrik, in der noch von Hand gearbeitet wird. Nach einem kleinen Vortrag über die Geschichte und Arbeitstechniken konnten wir noch zwei Leuten bei der Arbeit zugucken. Das war super interessant, weil man am Anfang nicht wusste, was sie grad herstellen. Was erst wie eine Vase aussah, wurde zur Schale, um dann als Teller zu enden.
Nach einem Einkauf im werkseigenen Laden (das waren sooooo viele tolle Sachen) fuhren wir mit dem Bus weiter zu einem Elchpark, der ganz in der Nähe war. Da wir auf unserem Göteborg-Trip ja schon Elche gesehen hatten, war das nicht mehr so das besondere Erlebnis. Ich habe da angefangen, die Schweden zu verstehen, die sich immer wundern, warum wir so wild auf Elche sind:)! Es standen auch nur Autos mit deutschen Kennzeichen auf dem Parkplatz!
Der Elchpark besteht aus einer 4ha großen Fläche. Um einen kleineren Teil herum führt ein "Wanderweg". An mehreren Stellen sind Aussichtspunkte aufgebaut, sodass man die Elche im Wald suchen kann! In einem Shop beim Elchpark konnte man dann noch eine Elch-Wurst oder Elch-Burger kaufen und selbst grillen. Das war vielleicht ein bisschen makaber direkt neben dem Park, aber sehr lecker;)! Danach ging es wieder auf den Heimweg.
Zurück in Ryd gab es dann noch eine Nähsession bei Katrin. Bei den Kravallen und auch anderen studentischen Veranstalungen tragen die Studenten Overalls. Jede Fachrichtung hat ihre eigene Farbe, sodass man gleich erkennen kann, mit wem man es zu tun hat. Auf die Overalls werden an Armen und Beinen noch Stoffstreifen aufgenäht, auf das rechte Bein kommt der Name und der Rest des Overalls wird mit Patches (Stoffaufnähern) verschönert. Die Maschbauer tragen einen roten Overall mit gelben Streifen. Wäre aber ja auch zu einfach, wenn das für alle gilt. Die Maschinenbauerinnen haben die eine Hälfte des Overalls in gelb. Also haben wir das linke Bein einmal komplett mit gelbem Stoff "ummantelt". Samstag drei Stunden, Sonntag zwei Stunden, Dienstag noch mal zwei ... man hat ja sonst nichts zu tun;)! Morgen ist dann Premiere: Der nächste Kravall steht vor der Tür und der Overall wird eingeweiht!
Wo ich schon mal bei Thema Kravall bin: Wir passen uns so langsam den Schweden an und werden schon genauso verrückt beim Anstehen für Tickets wie sie.
Tatort: C-Building, Campus Valla, Linköping, Sweden
Zeit: Montag Morgen, 0:15 Uhr
Anwesende: Janina, Boris, Hanna und ich
Ich wollte schon immer mal die erste sein, die die Uni morgens betritt.
Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, die spinnen doch ... richtig, aber das tuen die Schweden auch und wir wollen ja keine Außenseiter sein.
Also haben wir erstmal Quartier bezogen am ersten Tisch der Schlange, die schon von den Organisatoren aufgebaut worden war. Nach einem Beweisfoto unter der Uhr kamen noch zwei Deutsche um halb eins und noch drei Schweden um 0:45. Nach der ersten DVD schliefen Hanna und Boris schon, während Janina und ich gleich die nächste starteten. Gegen drei Uhr kamen die nächsten Schweden und ab halb 5 haben auch Janina und ich versucht zu schlafen (natürlich hatten wir unsere Schlafsäcke dabei) und wurden nur einmal von einem Wachmann gestört, der unseren Studentenausweis sehe wollte. Ab 5 Uhr wurde es dann stetig voller und um 8 Uhr war ich die erste, die ein Ticket in der Hand hielt ... mit einem super breiten Grinsen im Gesicht, trotz nur 30 Minuten Schlaf!
Aber als gut organisierter Student kann man ja auch beides!
Am letzten Freitag stand das Welcome Dinner für die Austauschstudenten auf dem Programm, ein sog. Sittning. Ich habe ja schon einmal von einem Dinner berichtet, aber diesmal werde ich noch mehr von den Besonderheiten schreiben!
Bei einem Sittning sind erstmal schicke Klamotten gefordert. Hatten uns also alle schön rausgeputzt, bevor wir am Freitag Abend in einer Fahrradkolonne Richtung Stadt aufbrachen.
Der Dinner-Gesellschaft steht ein Toastmaster vor, einer der Veranstalter. Jeder hat ein Liederheft an seinem Platz liegen, in dem auch die Regeln des Dinners stehen:
Tempo!: Wenn man möchte, dass der Toastmaster einen Song anstimmt (es gibt nur Trinklieder...), dann rufen alle: "Oooooooooooh Tempo!"
Gyckel: Während des Dinners kann etwas vorgetragen werden, z.B. ein Lied oder Sketch.
Omstart: Wenn einem das Gyckel gefallen hat, dann rufen alle: "Oooooooooh Omstart!" (was so viel wie "noch einmal" heißt) und die Vortragenden müssen nochmal ran!
| Welcome Dinner |
Das ganze Dinner läuft also sehr laut ab (ca. 250 Studenten), wie ihr euch vorstellen könnt. Nach einem 3-Gänge-Menü und vielen Lieder, haben auch wieder die einzelnen Nationalitäten etwas aufgeführt. Die deutsche Gruppe (ca. 100 Personen - die Bühne war voll) war mit "Bommerlunder " und "Was wollen wir trinken" am Start! Nach dem Dinner ging es dann noch mit einer Party weiter.
Für Samstag hatte das ESN-Team einen Trip nach Småland geplant, ein südlicher Teil Schwedens (Nein, nicht in die Kinderwelt von IKEA;) ). Um 8 Uhr war Abfahrt mit dem Bus in Ryd. Nach drei Stunden Busfahrt kamen wir in Kosta an. In diesem Ort ist die größte schwedische Glasfabrik, in der noch von Hand gearbeitet wird. Nach einem kleinen Vortrag über die Geschichte und Arbeitstechniken konnten wir noch zwei Leuten bei der Arbeit zugucken. Das war super interessant, weil man am Anfang nicht wusste, was sie grad herstellen. Was erst wie eine Vase aussah, wurde zur Schale, um dann als Teller zu enden.
| Småland |
Nach einem Einkauf im werkseigenen Laden (das waren sooooo viele tolle Sachen) fuhren wir mit dem Bus weiter zu einem Elchpark, der ganz in der Nähe war. Da wir auf unserem Göteborg-Trip ja schon Elche gesehen hatten, war das nicht mehr so das besondere Erlebnis. Ich habe da angefangen, die Schweden zu verstehen, die sich immer wundern, warum wir so wild auf Elche sind:)! Es standen auch nur Autos mit deutschen Kennzeichen auf dem Parkplatz!
Der Elchpark besteht aus einer 4ha großen Fläche. Um einen kleineren Teil herum führt ein "Wanderweg". An mehreren Stellen sind Aussichtspunkte aufgebaut, sodass man die Elche im Wald suchen kann! In einem Shop beim Elchpark konnte man dann noch eine Elch-Wurst oder Elch-Burger kaufen und selbst grillen. Das war vielleicht ein bisschen makaber direkt neben dem Park, aber sehr lecker;)! Danach ging es wieder auf den Heimweg.
Zurück in Ryd gab es dann noch eine Nähsession bei Katrin. Bei den Kravallen und auch anderen studentischen Veranstalungen tragen die Studenten Overalls. Jede Fachrichtung hat ihre eigene Farbe, sodass man gleich erkennen kann, mit wem man es zu tun hat. Auf die Overalls werden an Armen und Beinen noch Stoffstreifen aufgenäht, auf das rechte Bein kommt der Name und der Rest des Overalls wird mit Patches (Stoffaufnähern) verschönert. Die Maschbauer tragen einen roten Overall mit gelben Streifen. Wäre aber ja auch zu einfach, wenn das für alle gilt. Die Maschinenbauerinnen haben die eine Hälfte des Overalls in gelb. Also haben wir das linke Bein einmal komplett mit gelbem Stoff "ummantelt". Samstag drei Stunden, Sonntag zwei Stunden, Dienstag noch mal zwei ... man hat ja sonst nichts zu tun;)! Morgen ist dann Premiere: Der nächste Kravall steht vor der Tür und der Overall wird eingeweiht!
Wo ich schon mal bei Thema Kravall bin: Wir passen uns so langsam den Schweden an und werden schon genauso verrückt beim Anstehen für Tickets wie sie.
Tatort: C-Building, Campus Valla, Linköping, Sweden
Zeit: Montag Morgen, 0:15 Uhr
Anwesende: Janina, Boris, Hanna und ich
Ich wollte schon immer mal die erste sein, die die Uni morgens betritt.
Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, die spinnen doch ... richtig, aber das tuen die Schweden auch und wir wollen ja keine Außenseiter sein.
Also haben wir erstmal Quartier bezogen am ersten Tisch der Schlange, die schon von den Organisatoren aufgebaut worden war. Nach einem Beweisfoto unter der Uhr kamen noch zwei Deutsche um halb eins und noch drei Schweden um 0:45. Nach der ersten DVD schliefen Hanna und Boris schon, während Janina und ich gleich die nächste starteten. Gegen drei Uhr kamen die nächsten Schweden und ab halb 5 haben auch Janina und ich versucht zu schlafen (natürlich hatten wir unsere Schlafsäcke dabei) und wurden nur einmal von einem Wachmann gestört, der unseren Studentenausweis sehe wollte. Ab 5 Uhr wurde es dann stetig voller und um 8 Uhr war ich die erste, die ein Ticket in der Hand hielt ... mit einem super breiten Grinsen im Gesicht, trotz nur 30 Minuten Schlaf!
Ansonsten standen keine verrückten Taten mehr auf dem Plan diese Woche. Ich pendel fleißig zwischen Norrköping und Linköping hin und her und mein Schreibtisch ist mein neuer bester Freund oder der PC an der Uni, an dem ich mich mit Matlab quäle!
Die exclusiven Fotos vom Kravall im Overall gibt es dann nächste Woche!
Die exclusiven Fotos vom Kravall im Overall gibt es dann nächste Woche!
1 Kommentar:
Kommentar? Also dazu fällt mir nichts mehr ein... So verrückt muss man erstmal sein! :-P
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