Samstag, 25. August 2007

Vättern, Vänern und Göteborg - Der Trip zu Dritt

Wie manche von euch schon mitbekommen haben, waren wir letzte Woche von Donnerstag bis Sonntag auf Tour. Wir, das bin ich zusammen mit Janina (auch aus Braunschweig) und Simon (aus Karlsruhe). Eigentlich sollte es ein internationaler Trip werden, aber Yann (Franzose) und Oscar (Mexikaner) sind kurzfristig wieder abgesprungen. Die Aussage: "Ich komme auf jeden Fall mit!" scheint bei ihnen etwas anderes zu bedeutet, als bei uns:)!
Natürlich haben wir in diesen Tagen viele schöne Dinge erlebt, gesehen und auch fotografiert . Um euch mehr Fotos zeigen zu können, hab ich jetzt ein Webalbum angelegt. Ihr müsst einfach nur das eine Bild anklicken und dann öffnet sich eine neue Seite.

Donnerstag
Nach einem 40 minütigen "Morgenspaziergang" zur Autovermietung starten wir mit "unserem" Skoda Fabia in das bevorstehende Abenteuer. Unser erstes Ziel lag auf dem Weg zum Vättern: Borensberg, wo wir leider nicht die im Reiseführer so toll beschriebenen Schleusen fanden, dafür aber das Hotel, was im Schweden-rot gestrichen als typisches Fotomotiv dient. Klar, dass wir das dann auch erstmal fotografieren mussten, wenn das schon der Reiseführer sagt:)!

Weiter führte uns der Weg am Vättern vorbei, welcher nach dem Vänern der zweitgrößte See Schwedens ist. Doch leider war das Wetter gegen uns. Es fing an heftig zu regnen und nach einem langen Weg durch ein Waldgebiet (wir dachten schon, wir hätten uns verfahren) kamen wir am Tiveden Nationalpark an. Der Nationalpark besteht aus einer zerklüfteten Felsenlandschaft, ein wunderschönes Stück unberührte Natur. Es gibt dort mehrere Rundwege; doch aufgrund des nicht aufhörenden Regens konnten wir mit Schirm bewaffnet und Pfützen ausweichend nur ein kleines Stück kennen lernen, was aber schon echt beeindruckend war.
Donnerstag (1)

Einen nächsten Stopp legten wir in Mariestad ein. Dieses Städtchen liegt schon direkt am Vänern. Nach einem Picknick am Hafen schauten wir uns noch den Dom an, bevor es weiter am See entlang Richtung Kristinehamn ging.
Wir hatten in Kristinehamn geschätzte 30 Sekunden das Auto verlassen, als es wieder aus Eimern zu schütten begann. Also schauten wir uns die von Picasso gestiftete 15m hohe Betonskulptur nur aus einer "sicheren" Entfernung an. Nach einer Viertelstunde back on the road schien die Sonne wieder schadenfroh auf unser herunter. Wir fühlten uns echt ein bisschen geärgert.
Donnerstag (2)

Als letzter Programmpunkt des Tages hakten wir Karlstad am nördlichen Rand des Vänern ab. Nach Besichtigung des Domes, der Innenstadt und ein paar Einkäufen machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft für die erste Nacht. Diese war eine Stuga (kleine Hütte), die auf dem Campingplatz Duseudde mitten in der Pampa direkt am Vänern lag. So konnten wir den ersten Tag noch bei Dämmerung am See ausklingen lassen.
Donnerstag (3)

Da Simon ja schon in seinem Kommentar zu meinem letzten Post geschrieben hat, ob ich meine Albträume erwähne, muss ich dies ja wohl tun:
Unsere Stuga war von Wald umgeben und so bleibt es nicht aus, dass so ein paar Krabbeltierchen den Weg ins Innere finden. Nach unserer Ankunft hatten wir also schon ein paar Spinnen entfernt; aber direkt über meinem Bett versteckte sich noch eine so in einem Winkel, dass wir sie nicht entfernen konnten. Da hatte meine Traumwelt natürlich ein passendes Thema gefunden: Ich lag in meinem Bett und es kam eine riesige Spinne auf mich zugekrabbelt
*grusel*. Da hatte ich keine andere Wahl als laut zu schreien, mit dem Kopf gegen den Holzrahmen meines Bettes zuhauen, mir eine Beule an der Stirn zu holen und natürlich Janina und Simon damit aus ihrem Schlaf zu wecken. Der Rest der Nacht verlief friedlich:)!

Freitag
Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es weiter auf der Suche nach sehenswerten Orten - Westküste wir kommen. Eine halbe Stunde nach unserer Abfahrt macht Simon quasi eine Vollbremsung und erschreckte Janina und mich damit - ich sag nur: Gut, dass hier kaum jemand unterwegs ist:) -, weil er ein Schild zu einen Elchpark gesehen hatte. Und so bekamen wir die Chance, das erste mal in unserem Leben Elche live zu sehen bzw. zu streicheln und mit Apfelstücken direkt aus der Hand zu füttern.
(@Papa: Zwei Wochen Schweden reichen eben nicht, um Elche zu sehen ... :-) !! )
Nach einer halbstündigen Fragestunde mit einem der Mitarbeiter des Parks und einem erweiterten Wissen über diese großen Tiere nährten wir uns der Küste; aber nicht ohne vorher einen Abstecher nach Norwegen zu machen.
Da unser Weg ca. 10 km an der norwegischen Grenze vorbeiführte, konnten wir es uns nicht nehmen lassen, mal eben das Land zu verlassen und Erinnerungsfotos an den Grenzschildern zu machen.
Freitag (1)

In Tanumshede kamen wir noch in den Genuss ein Unesco Weltkulturerbe zu betrachten. Die Begeisterung hielt sich bei uns aber in Grenzen. Man konnte durch ein Gebiet spazieren gehen, indem überall Felsen freilagen auf denen 3000 Jahre alte Steinritzungen zu sehen waren. Um das zu erkennen, was auf den Tafeln beschrieben war, mussten wir aber ganz schön viel Phantasie aufbringen.
Am frühen Nachmittag kamen wir dann endlich am - von mir so sehr geliebten - Meer an!!! Fjällbacka ist ein kleiner Ort direkt zwischen Küste und dem Vetteberg, einem großen Felsen. Schmale Straßen und Gassen führen durch diesen malerischen Ort, in dem es fast ausschließlich bunte Holzhäuser gibt. Wenn man den Weg durch eine Felsspalte hindurch und dann eine steile Treppe hinauf wagt, kann man den Blick über den Ort und das Meer mit den Schären schweifen lassen; wir mussten aber aufpassen, dass wir nicht weggeweht wurden. An dieser Felsspalte sollen wohl auch Teile von Ronja Räubertochter gedreht worden sein.
Unseren letzten Stop des Tages legten wir in Tjörn ein. Tjörn ist die viertgrößte Insel Schwedens, liegt ca. 100 km vor Göteborg und scheint auch bei den Schweden sehr beliebt zu sein. So haben wir über eine halbe Stunde gebraucht um die Brücke dort hinzukommen. Umgeben waren wir dabei von ganz vielen Familien und Paaren, die wohl auf dem Weg ins Wochenende waren. Zu sehen bekamen wir kleine Dörfer, ganz viele Holzhäuser, Wasser, Schären, Felsen und einen Simon, der seine Aussage - "Wenn die Sonne scheint, gehe ich Schwimmen!" - wahr machte.
Unsere Stuga für die nächsten zwei Nächte befand sich in Mölndal/Åby, einem Vorort von Göteborg.
Freitag (2)

Samstag
Nachdem der Wecker uns wieder früh aus dem Bett geworfen hatte, fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt von Göteborg (sprich: Jöteborj). Da der Busfahrer kein Englisch verstand und Janinas Nachfragen nach einem Tagesticket unbeantwortet blieb, wurden wir umsonst mitgenommen:)!
In der Touristinformation kauften wir uns erstmal den Göteborg-Pass für umgerechnet ca. 23€. Dieser Pass ist für 24 Stunden gültig und beinhalten Bus- und Bootstouren, Eintritt in viele Museen und andere Attraktionen.
Als erstes nahmen wir die Gelegenheit wahr, Göteborg vom Wasser aus zu betrachten. Aber wie auch in den beiden Tagen vorher, war Petrus nicht gut auf uns zu sprechen. Zwei Minuten im Boot und es begann zu regnen. So versteckten wir uns in unseren Regenjacken und unter den Schirmen. Zum Glück hielt der Regen nur zehn Minuten an. Das lustige an der Tour war, dass wir zweimal unter einer Brücke hindurch fuhren, die so niedrig war, dass man sich zwischen den Sitzen verstecken musste, wenn man nicht einen Kopf kürzer werden wollte.

Bei der Open-Top-Bus-Tour wurden wir ein weiteres Mal nass; aber mittlerweile erschütterte uns nichts mehr. Dann liefen wir uns noch auf eigene Faust die Füße platt. Nach dem Besuch des Universums, wo wir exotische Tiere und einen Indoor-Regenwald kennen lernten, machten wir noch einen Abstecher in den Liseberg-Vergnügungs-Park. Wegen der begrenzten Zeit ließen wir uns nur in einen Aussichtsturm hochfahren, um so den Blick über Göteborg schweifen zu lassen.
Göteborg (1)

Abends nutzen wir noch die Gelegenheit uns von einer Fähre auf eine kleine Insel vor Göteborg bringen zu lassen auf der eine Festungsruine steht, die Nya Älvsborgs Fästning. Tagsüber ist da wohl echt viel los, aber um die Uhrzeit (20h 30) wollte nur noch ein Ehepaar dort hin. Kaum angelegt kam uns eine Mann entgegen: "You know nearly everything is closed?" Das Paar fuhr abgeschreckt gleich wieder zurück ans Festland, während wir uns schnell auf den Weg machten, den höchsten Punkt zu erklimmen und einen wunderschönen Sonnenuntergang zu erleben. Wir waren quasi allein auf der Insel.
Göteborg (2)

Mein Fazit: Ein Tag ist zu kurz, um diese echt schöne und sehr lebendige Stadt kennen zu lernen.

Sonntag
Erstes Ziel der Schlussetappe: Bohus Fästning! Das sind die Ruinen der Festung Bohus ca. 20 km nördlich von Göteborg. Die Festung wurde um 1300 erbaut und war von strategischer Bedeutung, als bis Mitte des 17. Jahrhunderts hier noch die Grenze zu Norwegen verlief.
Weiter auf dem Weg zurück nach Linköping hielten wir noch in Borås, einem Ort, der schön für unser obligatorisches Mittagspicknick war, aber ansonsten an einem Sonntag nichts zu bieten hat. Auf dem weg nach Jönköping machten wir noch einen Abstecher quer durch die Wildnis nach Habo. Dort steht eine kleine Holzkirche, die von innen komplett bemalt ist. Der Umweg hat sich definitiv gelohnt!
In Jönköping war genauso wenig los wie schon zuvor in Borås. Jonköping liegt aber an der südlichen Spitze des Vättern (da schloss sich der Kreis unserer Rundtour) und so haben wir uns eines der vielen Restaurants am Hafen ausgeguckt, um dort direkt auf einer Terrasse am Wasser eine Pizza zu essen (die Fischgerichte hielten dem Blick in die Urlaubskasse nicht stand).
Zurück in Linköping konnten wir dem Marsch von der Autovermietung zurück nach Ryd dank eines freundlichen Busfahrers entkommen, der uns Mitten im Industriegebiet aufsammelte und kostenlos mit zum Bahnhof nahm.
Sonntag (1)

Jetzt mal den Trip in Zahlen zusammengefasst: 1140 km gefahren, 16h 40 reine Fahrzeit, 30 geschossene Fotos pro Stunde (in denen wir nicht geschlafen haben) und unendlich viele gelaufene Kilometer

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