Lang haben wir es herbeigesehnt: unser Biathlon-Wochenende in Östersund!
Schon im letzten Herbst haben wir die Eintrittstickets für das Station und die Bahntickets gekauft. Während das laufenden Weltcups und natürlich auch zu Beginn der WM haben wir schon in kleinen Grüppchen gespannt vor dem Fernseher gesessen und über die Medaillenchancen des deutschen Kaders diskutiert.
Am 15. Februar war es dann endlich soweit. Unsere Rucksäcke vollgepackt mit warmen Klamotten und jede Menge Essen waren wir am Freitag von 11-21 Uhr mit dem Zug unterwegs über Stockholm nach Undersåker, was noch eine Stunde hinter Östersund liegt. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass wir für diese spaßige Tagestour umgerechnet ca. 17 Euro pro Person gezahlt haben: kein Vergleich zur deutschen Bahn.
Unser Quartier hatten wir schon Ende vergangenen Jahres über die Touristinfo von Östersund zugewiesen bekommen, eine großzügiges Apartment mit Küche.
Samstag mussten wir mit der Bahn also erstmal die Stunden wieder zurück nach Östersund fahren. Da die norwegische Grenze nur ca. drei Stunden entfernt ist, hatten wir mit unseren deutschen Fahnen natürlich große Konkurrenz.
Endlich angekommen im Stadion war das Gedrängel groß. Nachdem wir noch einen relativ guten Platz auf der Tribüne ergatterten, startete schon das Staffelrennen der Herren. Mit 0,4 Sekunden Vorsprung schafften Michael Rösch, Alexander Wolf, Andreas Birnbacher und Michael Greis es noch auf Platz drei vor Österreich. Im Massenstart der Frauen holte Magdalena Neuner Gold! Im Station wurden nur Blumen überreicht, die richtige Ehrung fand um 18Uhr in der Stadt statt. So konnten wir dort die deutsche Nationalhymne hören und mitsingen, während die Flaggen gehisst wurden. Nach der Ehrung hinter der Bühne machte Michi Greis Dominika und mich noch mit einem Autogramm auf unserem Fahnen zu den glücklichsten Leuten unserer Gruppe:)!
Auf dem Weg "nach Hause" reservierten wir wohl weißlich Schließfächer für unsere Gepäck. Spät zurück in Undersåker kochten wir noch gemeinsam und machten eine schöne Feuerzangenbowle., die wir auch echt nötig hatten; uns allen waren nach fünf Stunden bei -5°C die Füße abgefroren.
Am Samstag morgen konnten wir also unser Gepäck am Bahnhof lassen, da wir abends direkt von dort abfahren wollten. Da wir noch genug Zeit hatten, entschieden wir uns zu Fuß zum Stadtion zu gehen und das Geld für den Shuttlebus zu sparen. Plötzlich sahen wir Daniel Graf aus einem Hotel herauskommen und in den Teambus einsteigen. Im selben Moment rannten uns fast Martina Glagow und Andrea Henkel um, die zum morgendlichen Lockerungslauf aus dem Hotel kamen. Großes Erstaunen war da auf unsere Seite. Diese hielt auch an, als wir im Stadion ankamen und auf der offiziellen WM-Zeitung Tora Berger (NOR), zweite hinter Magdalena Neuner, abgebildet war. Schnell bekamen wir heraus, dass ein Doping-Verdacht gegen ein paar der deutschen Biathleten vorlag, an dem ja, wie es scheint, mal wieder nichts dran war. Für die Rennen an diesem Tag hatten wir sehr gute Aussichten, wie auch schon beim Massenstart am vorherigen Tag. Ganz am Rand der Tribüne hatten wir sowohl eine gute Sicht auf den letzten starken Anstieg samt Zeitnahme als auch auf die Schießanlage und Strafrunde.
So konnten wir nach dem für die deutschen Herren eher schlecht verlaufenen Massenstart die Damen beim Aufwärmen und dem Skitest aus nächster Nähe beobachten und unsere Ruf "Viel Glück!" loswerden. Das Glück war eindeutig auf deutscher Seite. Nachdem bei jedem Wechsel die deutschen als erstes übergaben, lief Kati Wilhelm - mit deutscher Fahne in der Hand - als erste durchs Ziel. Zwischendurch hatten wir schon fast geglaubt, es könnte nicht mehr reichen, da Magdalena Neuner einfach zu oft verschoss, damit noch in die Strafrunde musste und Kati Wilhelm auch nicht immer traf. Aber durch ihre Laufleistungen haben sie es wieder wett gemacht.
Das Schießen kann man sich dann folgendermaßen vorstellen: Bei einem Treffer grölt man "Yeaaaaah", bei einem Fehler "Ooooooh"! Genauso wie wir sechs natürlich bei den deutschen unsere Stimmbänder strapazierten, machten es ringsherum die anderen Fans, hauptsächlich Norweger und Schweden. Ein gegenseitiges Grinsen blieb da nicht aus, wobei unser Puls doch ganz schön stark anstieg!
Gold bedeutete für uns also ein weiteres Mal in den Genuss der deutschen Hymne zu kommen, was wir auch ordentlich feierten.
Das wir dachten, dass unser Zug um 22Uhr abfährt, schlugen wir uns bei einem Chinesen den Bauch voll und kamen nochmal bei dem Hotel vorbei. Durch Zufall kam gerade Magdalena Neuner an, die aber auch gleich mit dem Satz "Ich bin total fertig" ins Hotel huschte. Kati Wilhelm war da etwas großzügiger und ließ noch schnell ein Foto mit uns machen:)!!!
Da wir dann noch immer viel Zeit hatten, wärmten wir uns bei McD. noch mit Eis auf, wo wir noch zwei französische Biathleten entdeckten.
Weit nach 21:00 kamen wir am Bahnhof an und erschraken, schlimmer als bei jedem Fehlschuss am Nachmittag. Unser Zug ist um 21 Uhr abgefahren! Schuld am Zuspätkommen waren unsere Tickets. Die "1" war nur teilweise gedruckt (auf jedem Ticket von uns), sodass es wie eine "2" aussah. Voller Panik - wir haben uns schon in der Bahnhofsmission gesehen - erklärten wir unser Problem einem Bahnbeamten am Schalter, die zum Glück so spät noch besetzt waren. Der nette Mann erkannte unsere Problem und hatte wohl auch Mitleid und so besorgter er uns einen Platz im letzten Nachtzug nach Stockholm. Geplant war eine Fahrt ohne Umsteigen von 21 Uhr bis 6 Uhr Ankunft in Linköping. Los fuhren wir dann um 22:20 und kamen auch erst nach Umsteigen in Stockholm um 9:30 hier an. Aber das ohne Zuzahlung, obwohl offensichtlich war, dass wir einen Fehler gemacht hatten ... einen weiteren Vergleich zur deutschen Bahn lasse ich jetzt wohl besser;)!
Das war unser Wochenende! Ich muss sagen, Biathlon ist ja im Fernsehen schon sehr spannende, aber diese Spannung wird im Station eindeutig getoppt! Außerdem haben wir gelernt, dass man doch nochmal auf einen Fahrplan gucken sollte, wenn man ein schlecht gedrucktes Ticket in der Hand hält:)!
In diesem Sinne,
eure Gesa
Schon im letzten Herbst haben wir die Eintrittstickets für das Station und die Bahntickets gekauft. Während das laufenden Weltcups und natürlich auch zu Beginn der WM haben wir schon in kleinen Grüppchen gespannt vor dem Fernseher gesessen und über die Medaillenchancen des deutschen Kaders diskutiert.
Am 15. Februar war es dann endlich soweit. Unsere Rucksäcke vollgepackt mit warmen Klamotten und jede Menge Essen waren wir am Freitag von 11-21 Uhr mit dem Zug unterwegs über Stockholm nach Undersåker, was noch eine Stunde hinter Östersund liegt. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass wir für diese spaßige Tagestour umgerechnet ca. 17 Euro pro Person gezahlt haben: kein Vergleich zur deutschen Bahn.
Unser Quartier hatten wir schon Ende vergangenen Jahres über die Touristinfo von Östersund zugewiesen bekommen, eine großzügiges Apartment mit Küche.
Samstag mussten wir mit der Bahn also erstmal die Stunden wieder zurück nach Östersund fahren. Da die norwegische Grenze nur ca. drei Stunden entfernt ist, hatten wir mit unseren deutschen Fahnen natürlich große Konkurrenz.
Endlich angekommen im Stadion war das Gedrängel groß. Nachdem wir noch einen relativ guten Platz auf der Tribüne ergatterten, startete schon das Staffelrennen der Herren. Mit 0,4 Sekunden Vorsprung schafften Michael Rösch, Alexander Wolf, Andreas Birnbacher und Michael Greis es noch auf Platz drei vor Österreich. Im Massenstart der Frauen holte Magdalena Neuner Gold! Im Station wurden nur Blumen überreicht, die richtige Ehrung fand um 18Uhr in der Stadt statt. So konnten wir dort die deutsche Nationalhymne hören und mitsingen, während die Flaggen gehisst wurden. Nach der Ehrung hinter der Bühne machte Michi Greis Dominika und mich noch mit einem Autogramm auf unserem Fahnen zu den glücklichsten Leuten unserer Gruppe:)!
Auf dem Weg "nach Hause" reservierten wir wohl weißlich Schließfächer für unsere Gepäck. Spät zurück in Undersåker kochten wir noch gemeinsam und machten eine schöne Feuerzangenbowle., die wir auch echt nötig hatten; uns allen waren nach fünf Stunden bei -5°C die Füße abgefroren.
Am Samstag morgen konnten wir also unser Gepäck am Bahnhof lassen, da wir abends direkt von dort abfahren wollten. Da wir noch genug Zeit hatten, entschieden wir uns zu Fuß zum Stadtion zu gehen und das Geld für den Shuttlebus zu sparen. Plötzlich sahen wir Daniel Graf aus einem Hotel herauskommen und in den Teambus einsteigen. Im selben Moment rannten uns fast Martina Glagow und Andrea Henkel um, die zum morgendlichen Lockerungslauf aus dem Hotel kamen. Großes Erstaunen war da auf unsere Seite. Diese hielt auch an, als wir im Stadion ankamen und auf der offiziellen WM-Zeitung Tora Berger (NOR), zweite hinter Magdalena Neuner, abgebildet war. Schnell bekamen wir heraus, dass ein Doping-Verdacht gegen ein paar der deutschen Biathleten vorlag, an dem ja, wie es scheint, mal wieder nichts dran war. Für die Rennen an diesem Tag hatten wir sehr gute Aussichten, wie auch schon beim Massenstart am vorherigen Tag. Ganz am Rand der Tribüne hatten wir sowohl eine gute Sicht auf den letzten starken Anstieg samt Zeitnahme als auch auf die Schießanlage und Strafrunde.
So konnten wir nach dem für die deutschen Herren eher schlecht verlaufenen Massenstart die Damen beim Aufwärmen und dem Skitest aus nächster Nähe beobachten und unsere Ruf "Viel Glück!" loswerden. Das Glück war eindeutig auf deutscher Seite. Nachdem bei jedem Wechsel die deutschen als erstes übergaben, lief Kati Wilhelm - mit deutscher Fahne in der Hand - als erste durchs Ziel. Zwischendurch hatten wir schon fast geglaubt, es könnte nicht mehr reichen, da Magdalena Neuner einfach zu oft verschoss, damit noch in die Strafrunde musste und Kati Wilhelm auch nicht immer traf. Aber durch ihre Laufleistungen haben sie es wieder wett gemacht.
Das Schießen kann man sich dann folgendermaßen vorstellen: Bei einem Treffer grölt man "Yeaaaaah", bei einem Fehler "Ooooooh"! Genauso wie wir sechs natürlich bei den deutschen unsere Stimmbänder strapazierten, machten es ringsherum die anderen Fans, hauptsächlich Norweger und Schweden. Ein gegenseitiges Grinsen blieb da nicht aus, wobei unser Puls doch ganz schön stark anstieg!
Gold bedeutete für uns also ein weiteres Mal in den Genuss der deutschen Hymne zu kommen, was wir auch ordentlich feierten.
Das wir dachten, dass unser Zug um 22Uhr abfährt, schlugen wir uns bei einem Chinesen den Bauch voll und kamen nochmal bei dem Hotel vorbei. Durch Zufall kam gerade Magdalena Neuner an, die aber auch gleich mit dem Satz "Ich bin total fertig" ins Hotel huschte. Kati Wilhelm war da etwas großzügiger und ließ noch schnell ein Foto mit uns machen:)!!!
Da wir dann noch immer viel Zeit hatten, wärmten wir uns bei McD. noch mit Eis auf, wo wir noch zwei französische Biathleten entdeckten.
Weit nach 21:00 kamen wir am Bahnhof an und erschraken, schlimmer als bei jedem Fehlschuss am Nachmittag. Unser Zug ist um 21 Uhr abgefahren! Schuld am Zuspätkommen waren unsere Tickets. Die "1" war nur teilweise gedruckt (auf jedem Ticket von uns), sodass es wie eine "2" aussah. Voller Panik - wir haben uns schon in der Bahnhofsmission gesehen - erklärten wir unser Problem einem Bahnbeamten am Schalter, die zum Glück so spät noch besetzt waren. Der nette Mann erkannte unsere Problem und hatte wohl auch Mitleid und so besorgter er uns einen Platz im letzten Nachtzug nach Stockholm. Geplant war eine Fahrt ohne Umsteigen von 21 Uhr bis 6 Uhr Ankunft in Linköping. Los fuhren wir dann um 22:20 und kamen auch erst nach Umsteigen in Stockholm um 9:30 hier an. Aber das ohne Zuzahlung, obwohl offensichtlich war, dass wir einen Fehler gemacht hatten ... einen weiteren Vergleich zur deutschen Bahn lasse ich jetzt wohl besser;)!
Das war unser Wochenende! Ich muss sagen, Biathlon ist ja im Fernsehen schon sehr spannende, aber diese Spannung wird im Station eindeutig getoppt! Außerdem haben wir gelernt, dass man doch nochmal auf einen Fahrplan gucken sollte, wenn man ein schlecht gedrucktes Ticket in der Hand hält:)!
In diesem Sinne,
eure Gesa
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